Montag, 11. Juli 2016

Digital detox

Wir genießen unsere neue Wohnung und den Sommer. Zeit für eine digitale Diät. So muss auch der Blog einmal Pause machen.

Montag, 13. Juni 2016

Kurz notiert,

unter technisch hakeligen Bedingungen über das Smartphone. Wann endlich der schnelle Internetanschluss in unserer neuen Behausung funktioniert, und damit die Computer-Arbeitsplätze und der TV, das wissen derzeit nur die Götter. Bei der Telekom, die das Glasfaserkabel schon vor Monaten gelegt hat, weiß dagegen mal wieder eine Hand nicht, was die andere tut.

Derweil finden finden wir es weiter spannend, unsere kulturellen Interessen und Kontakte zu pflegen. Unter anderen mit dem großartigen Maler Günter Tiedeken, der derzeit zusammen mit seiner Lebensgefährtin Annelies Zenker im Zittauer Kunstverein ausstellt, wo wir ihn kürzlich sprachen. Ein Bild von Herrn Tiedeken würde sich gut in unserer Sammlung machen, wenn wir es denn erwerben könnten, was wohl nicht ganz einfach ist. Manches Bild, das uns gefiele, gilt nämlich als unverkäuflich.

Siehe auch: Günter Tiedeken - bildatlas-ddr-kunst.de/person/

Aktuell kann ich noch von einer Vernissage in der Galerie Brüderstraße 9 berichten, wo noch bis zum 20.08. eine multimediale Ausstellung von Objekten und Skulpturen von Tomasz Tomaszewski zu sehen ist. Man findet eine strategisch arrangierte räumliche Komposition vor, exklusiv für die Galeriesituation geschaffen, bei der es insbesondere um die Wirkung von Nivellierungen und Spiegelungen von Wasseroberflächen in dunklen Bassins geht. Thomas Tomaszewski lehrt an der Kunstakademie in Breslau in der 'Faculty of Painting and Sculpture' und war so verbindlich, uns direkt zu einem Werkstattbesuch einzuladen, wenn wir wieder einmal in Breslau sind. Wir freuen uns über diesen neuen Kontakt.

Fotos: Stefan Müller

Übrigens gibt es auch Neuigkeiten aus dem Skulpturengarten von Tomasz Domanski, über den ich kürzlich anlässlich einer Visite berichtete. Tomasz Domanski schickte mir heute ein Foto von seiner stählernen Version eines Torii.

Foto: Tomasz Domanski

Donnerstag, 26. Mai 2016

Exkursion nach Breslau

Im Rahmen des Studium Generale der Hochschule Zittau/Görlitz, zu dem auch externe Gasthörer zugelassen sind, hatten wir an einem Seminar mit dem Thema "Spuren der Moderne in Wrocław" teilgenommen. Zur Vorlesungsreihe gehörte eine dreitägige Exkursion. Vorläufig reicht mir die Zeit nur für ein knappes Memo von diesem Ausflug ins schöne Wrocław. Wir stecken nämlich mitten im Umzug in unsere neue Wohnung. Danach bin ich für eine unbestimmte Zeit offline.

Hier sieht man die Barbara-Bar. Unser Treffpunkt im Kontext 'Kulturhauptstadt 2016'. Im stylischen Ambiente der Barbara-Bar inmitten der ProtagonistInnen einer jungen Kulturszene haben wir uns sehr wohlgefühlt. Die Bestuhlung der Barbara-Bar besteht übrigens aus jeweils unterschiedlichen Designklassikern, wie man sie beispielsweise aus dem Vitra Museum in Weil am Rhein kennt - schöne Idee!

Kurz ein paar Eckdaten zu Breslau: 600000 Einwohner, davon 120000 Studenten, 130 Brücken, zahlreiche Straßencafés und Restaurants, im Übrigen viel offener und begrünter Stadtraum.

Next one: Der japanische Garten von Breslau. Fraglos ein wirklich  schöner Park, der im Detail allerdings nicht so ganz stilsicher angelegt  wurde, wenn man ihn mit seinen Vorbildern in Japan vergleicht. Zur Kontemplation lädt er nicht unbedingt ein, dazu werden die Wege zu stark von Schulklassen und Touristen frequentiert.



In meiner Bilderstrecke verzichte ich übrigens bewusst auf die üblichen Postkartenansichten rund um das Rathaus, Fotos der alt-ehrwürdigen Unigebäude, der Jahrhunderthalle, usw.


Mich reizen eher die visuellen Kontraste. Rußig-schwarz-bröckelige Platte paart sich bspw. überraschend mit perfekt restauriertem Jugendstil oder folgt auf barocke Opulenz; Prachtbauten vergangener Epochen spiegeln sich in den glitzernden Glasfassaden supermoderner oder postmoderner Projekte.
Im Architekturmuseum ging es dann um Konzepte, Modelle und Interieurs bekannter Werkbund-Siedlungen in Ost und West.





Bei unseren Spaziergängen entdeckten wir noch einige auf den ersten Blick vielleicht unspektakulär erscheinende Beispiele für eine Architektur der 'Neuen Sachlichkeit' wie das Kaufhaus von Marks&Spencer.

Das Museum für zeitgenössische Kunst, das sich in einem Bunker aus dem Jahre 1946 befindet (Muzeum Współczesne Wrocław), erkundeten Andrea und ich auf eigene Faust. Es liegt in einem stellenweise ärmlich wirkenden Außenbezirk, dessen Straßenszenen mit starker Polizeipräsenz uns etwas unheimlich erschienen. Wir wollten uns diesen Kunstbunker aber keinesfalls entgehen lassen. Und der Besuch hat sich wirklich gelohnt! In der Ausstellung 'the silence of sounds' fanden wir tolle Tonkunst-Objekte und in einem anderen Stockwerk ging es um textbasierte Kunst, deren tieferer Sinn uns von den Museumsleuten sehr nett auf Englisch erklärt wurde. Oben auf dem Bunker-Deck befindet sich eine Bar, auf deren Terrasse wir die Abendstimmung mit einer schönen Aussicht auf die Stadt genossen.






Das folgende Foto zeigt ein Gebäude der technischen Universität. Die Fassade mit der auffälligen 'Perforation' soll an die früher in der EDV gebräuchlichen Lochkarten erinnern. Ja, ich habe in jungen Jahren selbst noch frühe Computer mit solchen Lochkarten gefüttert.


In diesem Gebäude ist übrigens eine der so genannten 'Bazylia'-Mensen untergebracht, wo man sich für kleines Geld ein Menü aus einer Riesen-Auswahl an leckeren Speisen zusammenstellen kann. Ich würde meinen, das ist ein echter Geheimtipp, denn wir haben schon in manchem teuren Restaurant nicht so gut gegessen.
In der Altstadt wurden wir noch  auf eine zweite Bazylia-Bar aufmerksam gemacht.

Weiter auf eigenen Wegen haben wir zum Schluss die modernen Ausstellungsräume der Kunstakademie Wrocław besucht und waren besonders vom hohen Niveau der Arbeiten aus der Abteilung Keramik sehr angetan.
Unser Fazit: Die Exkursion war spannend und machte Lust auf weitere Besuche in der Kulturhauptstadt Breslau!




Fotos: Johannes LeBong

Samstag, 14. Mai 2016

Neuzugang in der Hausbibliothek

"Der neuste Gedichtband von Jürgen Theobaldy gehört ins Handgepäck deutschsprachiger Japan-Reisender: Behutsam macht er den Leser mit einer Kultur vertraut, indem er ihre Fremdheit bewahrt." 

Das schreibt der Literaturkritiker Hans Christoph Buch im Feuilleton der 'Neue Züricher Zeitung' unter: Bewahre den Augenblick

Ein schmales Büchlein mit Reiseerinnerungen, die meine eigenen Eindrücke von Japan auf eine frappierende Weise treffen und verstärken.

Foto: Johannes LeBong

Filmkulisse

In Görlitz ist nicht immer alles wie es scheint.

Foto: Johannes LeBong

Freitag, 13. Mai 2016

Zu Besuch in der alten Heimat

Nach über zwei Jahren Görlitz war es höchste Zeit, sich einmal wieder bei unseren lieben Freunden und Verwandten in unserer alten badischen Heimat blicken zu lassen. Es war eine bewegte Woche mit zahlreichen Begegnungen von Jung und Alt, mit freudigen Wiedersehen, bei denen es viel zu erzählen gab.

Wir genossen diese Treffen sehr, und nebenbei auch die Lebensqualität und Küche unserer Gastgeber, die ja im Südwesten legendär ist. Bei angenehmen Frühlingstemperaturen hielt man sich oft draußen in blühenden Hausgärten auf.

L'assiette du pêcheur aux asperges (Spargelzeit - in einem Restaurant im Elsass)


Einer der Höhepunkte unserer Besuchsreise war eine Konzertmatinee im Schwetzinger Schloss mit nordischer Musik, die wir zusammen mit zwei Heidelberger Freundinnen erlebten. Übrigens die einzigen aus unseren Kreisen, die uns schon einmal in Görlitz besucht hatten.



Aus dem Konzert-Programm: Klangraum Europa - "Leuchtender Norden" Ragnhild Hemsing (Violine, Hardangerfiedel) & Tor Espen Aspaas (Klavier)
Gespielt wurden: Nordische Volksweisen & Werke von Edvard Grieg, Johan Severin Svendsen, Lasse Thoresen & Carl Nielsen

Fotos: Johannes LeBong

Dienstag, 26. April 2016

Im Garten von Beata und Tomasz Domański

Es war eine unserer ersten Exkursionen, die uns weitab in die polnische Landschaft führten, auf den Spuren der Kunst.

Wer hätte gedacht, dass sich südlich von Breslau ein wunderschöner japanischer Garten befindet, in dem als Besonderheit auch noch eindrucksvolle moderne Skulpturen zu sehen sind. Die Anlage ist noch nicht ganz fertig und so wird es wohl noch zwei Jahre dauern, bis dieser Sculpture Space für Publikum zugänglich sein wird. Beata und Tomasz gewährten uns schon einmal einen Preview und wir kamen in den Genuss ihrer herzlichen Gast- freundschaft, nachdem wir uns als Japan- und Kunstfreunde geoutet hatten.  Bei unserem Treffen gab es viel zu erzählen. Das Paar lebt in einem ehemaligen Bauernhaus, das nach seinem gründlichen Umbau ein japanisches Äußeres bekam.

Um diese Jahreszeit steht ihr japanischer Garten noch nicht in voller Blüte. Am Tag unseres Besuchs war es auch recht kühl und windig, doch kam die Bepflanzung schon wunderbar zur Geltung. Nur das Fotolicht hätte noch etwas besser sein können. Wir können dem sympathischen Paar nur Komplimente für ihren einmalig schönen Garten machen!

Durch ein 'Torii' betritt man symbolisch eine andere Welt. In Japan haben wir solche Torii als typische Eingänge zu einem Shinto Shrine schon häufig durchschritten. Später einmal soll dieses klassisch hölzerne Torii durch eine von Tomasz gestaltete Version aus Eisen ersetzt werden.


Hier begaben wir uns auf einen Rundkurs, der immer wieder mit besonderen Pflanzen-Arrangements, steinernen Einfassungen und mit zahlreichen Skulpturen den Blick einfängt. 

Der international erfolgreiche Künstler Tomasz Domański denkt gern groß und visionär. Man muss sich demgemäß seine Skulpturen im Garten als stark verkleinerte Modelle von monumentalen Bauten vorstellen. Oft sind seine Strukturen aus rohen und massiven Eisenteilen gefügt, rostige Schwergewichte auch schon im Kleinen.

Die ringförmige Struktur auf dem Foto ist beispielsweise ein Architekturmodell für eine Ausstellungshalle mit ebenso vielen Abteilungen, wie ein Tag Stunden hat. Jeder Raum hat oben eine Öffnung als Oberlicht, wobei der Lichteinfall im Tagesverlauf variiert.

Auch der Turm auf dem Bild weiter oben bietet visuelle und akustische Sensationen, wenn man ihn betritt. Durch ein kleines Loch an der Turmspitze erzeugt der Wind blubbernde Geräusche und man findet über der Tür eine Klangschale zum Anschlagen. 

Solche kontemplativen Möglichkeiten vermittelt der Garten noch viele, wenn man die Muße dafür hat. Jedes der vielen Objekte erzählt eine eigene Geschichte.

Besondere Pflanzen haben meine Frau näher interessiert. Beispielweise 'polnischer Bambus'. Nebenbei lernten wir noch von Beata wie 'Maulwurf' auf polnisch heißt, nämlich 'kret', der Feind jedes Gärtners.



Fotos: Johannes LeBong       Website von Tomasz Domański: tomaszdomanski.art.pl