Sonntag, 29. Dezember 2013

Das Internet hat sich selbst diskreditiert


Man darf heute schon stolz sein, wenn man von sich sagen kann, bei Facebook nie mitgemacht zu haben. Das neue Buch von Botho Strauß, 'Lichter des Toren', bringt die "überfällige Kritik an einer digitalisierten Gegenwart, die kein Dagegen mehr kennt", gnadenlos auf den Punkt. (Zitat Thomas Assheuer)


Es steht bei mir ganz vorn auf der Bücher-Einkaufsliste.
Siehe auch die Rezension in ZEIT-ONLINE


Freitag, 6. Dezember 2013

Espresso Tasting

Oft ist es mir zu zeitaufwendig, daheim den Siebträger anzuheizen und ich gehe lieber auf einen Espresso in eine Bar. Davon gibt es einige hier im Städtchen, die ich ganz nett finde.
Mit dem Bohnen-Nachschub für die heimische Maschine sieht es schon schwieriger aus, denn noch fand ich in Görlitz kein Fachgeschäft mit einer Auswahl von hochqualitativen Sorten.



Also doch wieder Internet und nicht Einzelhandel. Die Zeitschrift 'Feinschmecker' lobte gerade eine kleine Rösterei aus Bad Bramstedt namens Viccicaffe. Liebevoll selbst gebrüht, schmeckt er mir besser als in jeder Bar, muss ich sagen. Habe mit der schwarzen Tüte angefangen: Wunderbar aromatisch - tolle Crema.

Samstag, 23. November 2013

Kabelsalat

Richtig schön finde ich meinen neuen Hörplatz ja nicht. Insgeheim träume ich schon wieder von einem großzügigen Atelierraum, wo ich Tonkunst-Installationen mit eigenen Mitteln aufbauen kann. Vorläufig muss ich improvisieren.

Hörte ich in Karlsruhe oft Internetradio, weil eine echte Daten-Flatrate zur Verfügung stand, so kommen hier in Görlitz meine Lieblingssender mit Klassik über Satellit. Ich benötigte also einen neuen Receiver und einen DAC mit den passenden umschaltbaren Digitaleingängen. Meine Musiksammlung spiele ich über WLAN und Logitech Squeezebox Touch ein. Als Lautsprecher benutze ich die kleinen Neumann Studio-Monitore.

Neuzugänge: Thomson THS220 und Musical Fidelity V90


Freitag, 22. November 2013

Ein Bild von einem Haus

Es ist nicht mehr ganz aktuell, denn inzwischen wurden die Fenster erneuert und erstrahlen in frischem Weiß. Im Sommer werden wir unseren Südbalkon in der Beletage genießen. Durchgangsverkehr ist übrigens in der Blumenstraße kein Thema und nachts ist es so still, wie ich es nur selten in einer Stadt erlebt habe.


Vom noblen Entrée hinter dem schmiedeeisernen Portal, den riesigen Wandgemälden und den Verzierungen im Aufgang muss ich noch Fotos machen. Kein Wunder, dass wir uns spontan in dieses Haus verliebt haben, als wir es im Sommer zum ersten Mal betraten.
Leider kommt jetzt der Winter, und dieser ist hier deutlich härter als in Baden. Kälteperioden mit Minus 20 Grad Celsius sind angeblich nicht selten.
 

Donnerstag, 21. November 2013

Sushi in Zgorzelec

Da gibt es eine kleine Bar der anderen Seite des Neiße-Ufers. Irgendwie musste ich an den Film 'Sushi in Suhl' denken, mit der unglaublichen Geschichte des Kochs Rolf Anschütz, der 15 Jahre lang mit viel Phantasie das einzige japanische Restaurant in der DDR betrieb. Im polnischen Sushi-Shop wird das Thema Sushi von zwei netten Jungs nämlich ebenfalls recht frei interpretiert. Das heißt, man arbeitet mit ungewöhnlichen Zutaten. Schmeckt aber letztlich ganz lecker und die Rechnung fällt erfreulich niedrig aus.




Sonntag, 17. November 2013

Besuch auf einer Baustelle

Die Aussicht, dass bald ein Literaturhaus in Görlitz entstehen wird, lässt mich den Verlust unserer geliebten 'Kulturtankstelle' für Literatur, das Künstlerhaus Edenkoben in der Pfalz, leichter verschmerzen.

Bald soll es auch in Görlitz Lesungen auf 'Berliner-Niveau' geben. Der Bauherr Rainer Michel verfügt über die entsprechenden Verbindungen zu den etablierten Literaturhäusern. Auch sonst hat er mit dem historischen Gebäude 'Alte Synagoge', welches er unlängst in einem desolaten Zustand erworben hat, noch große Pläne. Gestern besuchte ich die Baustelle anlässlich des Richtfestes und konnte mir schon lebhaft die versteckte Oase vorstellen, die gerade im Entstehen begriffen ist, mit einer Lesehalle und einem kleinen privaten Park. Als Neubürger bin ich sehr dankbar für solche Initiativen, die Görlitz kulturell voranbringen und entschieden zur Lebensqualität beitragen.

Freitag, 15. November 2013

Ortsbestimmung. Zeitgenössische Kunst aus Sachsen.

Gestern Abend besuchte ich die Eröffnung einer Ausstellung mit diesem Namen. Es handelt sich dabei um eine gemeinsames Projekt des Kulturhistorischen Museums Görlitz und des Kunstfonds der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. www.museum-goerlitz.de



Werke von Baselitz, Neo Rauch und vielen anderen herausragenden Malergrößen in Görlitz sehen zu können, hat mich angenehm überrascht. Die Vernissage bot zudem eine erste Gelegenheit, mit Görlitzer Künstlern und Intellektuellen ins Gespräch zu kommen. Ich freue mich schon sehr auf einen weiteren Austausch mit den hiesigen KulturträgerInnen. Nicht wenige der Görlitzer Bohemiens, Avantgardisten und Kreativen leben offenbar in unserer unmittelbaren Nachbarschaft in der Blumenstraße - wie schön! Insofern gestaltet sich meine persönliche 'Ortsbestimmung' erfreulicher, als ich es erwarten konnte.



Unsere private Gemäldesammlung mit zeitgenössischer Kunst ist nach dem Umzug noch nicht vollständig ausgepackt. Es bereitet mir auch noch einiges Kopfzerbrechen, wo ich die großen Formate aufhängen soll, da wir hier weniger Fläche haben als in Karlsruhe. Gleichwohl hegen meine Frau und ich den Wunsch, ein weiteres großes Gemälde einer jungen Dresdener Künstlerin dazuzukaufen, einfach weil es ein vorhandenes Bild unserer Sammlung perfekt ergänzen und dessen künstlerische Aussage verstärken würde. 

Freitag, 8. November 2013

Es ist, als ob die Uhren langsamer ticken



Photo credit: goerlitz21 e.V.

Einerseits ist ja genau das erwünscht, im Sinne eines entschleunigten Lebens in der Provinz. Anderseits dauert alles - und so war's auch eine Geduldsprobe, bis mein neuer Internetanschluss eingerichtet war. Den Kontakt zur großen weiten Welt vermittelt mir nicht etwa ein Telekom-Kabel - nein, so was liegt hier nicht an - sondern eine wackelige LTE-Funktechnologie. Das hinterste Dorf in Afrika lässt schön grüßen, dort haben sie es auch nicht besser. Derweil hält man in Berlin Sonntagsreden über schnelles Internet, flächendeckend. Ob wir das noch erleben werden, in der Blumenstraße in Görlitz?

Bei allen Freunden und Verwandten, die mir zum Einzug briefliche Aufmunterungen, Carepakete, Lesestoff, Süßigkeiten und ähnliches zukommen ließen, bedanke ich mich hiermit leicht verspätet und bitte um Nachsicht für meine wochenlange Schreibfaulheit. Ich tippe halt lieber auf einer ordentlichem Tastatur als auf dem Smartphone.

Freitag, 18. Oktober 2013

Grüße aus Görlitz

Der Umzug in den östlichsten Zipfel Deutschlands ging glücklicherweise problemlos vonstatten, nun kann ich endlich erleichtert aufatmen.

In den nächsten Wochen und Monaten gilt es einen Kulturraum zu entdecken, der uns bisher nicht nur geographisch fern lag.  Die bildende Kunst, die Literatur und die Musik sind dabei unsere Leitlinien. Ob sich dabei neue Möglichkeiten auftun, wie ich mich selbst kreativ einbringen kann, wird sich noch zeigen. Das dauert alles - auch bis ich hier im Blog etwas darüber berichten kann.

Von ersten vielversprechenden Adressen habe ich bereits erfahren. So gibt es zum Beispiel in Görlitz einen Verein, der sich speziell mit dem Komponisten Olivier Messiaen befasst, von dem ich selbst viele geniale Aufnahmen besitze. An Görlitz, das vielen als die baulich schönste Stadt Deutschlands gilt, fasziniert mich nicht zuletzt der starke Kontrast, den die prachtvoll restaurierten Altbauten mit dem morbiden Charme vergessener Ecken bilden.

 

Dienstag, 13. August 2013

Es gibt Wichtigeres im Leben,

als beständig dessen Geschwindigkeit zu erhöhen. (Ghandi)

Photo credit: M.AM Verlag Görlitz (Buchtipp!)

 

Sonntag, 28. Juli 2013

In Karlsruhe brechen wir die Zelte ab...

und ziehen wagemutig weiter gen Osten. Über unser neues Domizil im malerischen Städtchen Görlitz werde ich noch berichten und Bilder bringen. Schöne Erinnerungen an unsere große Karlsruher Wohnung, an die Audio-Herrenabende und an die Hauskonzerte mit lieben Freunden nehmen wir mit. Geselligkeit und Kunst im Salon werden wir natürlich weiter pflegen - am neuen Ort.


Energie tanken im Gebirge

Liebe Freunde aus der Schweiz hatten uns für ein paar Tage in Ihr Ferienhaus oberhalb Klosters eingeladen. Wir sind sehr dankbar für die Erholungspause, denn in nächster Zeit stehen größere Umwälzungen ins Haus.






Freitag, 12. Juli 2013

Sondierung in klanglichen Untiefen

Meine kleinen Neumann Monitore machen schon für sich allein einen sehr tiefen und kräftigen Bass. Trotzdem kam mir die Idee, sie mit einem Subwoofer zu entlasten, damit die Treiber nicht so viel Hub machen müssen und folglich im Mitteltonbereich noch sauberer spielen können.
Der Versuch verlief indes enttäuschend. Ohne den extremen Tiefbass wirkte das Klangbild bei den meisten Aufnahmen stimmiger und stabiler.



Nur bei ganz wenigen Stücken rein elektronischer Musik klingen die Tiefst-Bässe einigermaßen sauber, aber ich bekomme gleichzeitig mehr Ärger mit Raummoden.

Auf Klassik-Konzert-Mitschnitten werden plötzlich wabernde und polternde Hintergrundgeräusche hörbar, die sonst deutlich weniger stören. Schallplatte geht gar nicht, ganz unten ist nur Rumpeln. Speziell bei Aufnahmen von Orgelkonzerten hatte ich mir bei den tiefen Registern eine bessere Wiedergabe versprochen, aber auch hier wird der Ton nicht eindeutig klarer. Was sich am unteren Ende des Frequenzbands auf Aufnahmen findet, die mit Mikrofonen gemacht wurden, ist anscheinend häufig nur klanglicher Müll.

Moderne elektronische Tanzmusik (wenn das die richtige Bezeichnung ist) höre ich ja kaum, bei den pulsierenden Beats von juan atkins & moritz von oswald passte der Sub aber mit am besten und machte sogar kurz mal für ein paar Takte Spaß.

Montag, 1. Juli 2013

Poesie der Nachbarn

So heißt eine Veranstaltungsreihe des Künstlerhauses Edenkoben in der Pfalz, von der wir möglichst keinen einzigen Termin auslassen.

Das Künstlerhaus lädt jedes Jahr ausländische und deutschsprachige Lyriker zu gemeinsamer Übersetzungsarbeit ein. Im Laufe einer Woche werden aus Gedichten der Autoren des Gastlandes zusammen mit den deutsch-sprachigen Kollegen Nachdichtungen erarbeitet. Im Gegenüber zweier Sprachen, zweier Töne, entsteht der dem Original in adäquater Weise begegnende neue Text. 

Die Resultate werden - wie am vergangenen Sonntag - bei einer Matinee in einer zweisprachigen Lesung vorgestellt. 

Diesmal war Polen das Land aus dem die Dichterinnen und Dichter angereist waren, mit ganz wunderbaren Arbeiten.


Nebenbei war das musikalische Programm genau nach meinem Geschmack. Ich freute mich schon sehr auf die Gelegenheit, wieder einmal Vitold Rek solo an seinem Kontrabass zu erleben. Sein Spiel hatte mich schon vor vielen Jahren fasziniert, als ich ihn das erste mal in Edenkoben hörte.

Diese Begeisterung konnte ich in der Audio-Community weitergeben, indem ich bei mir zuhause und auf internationalen Treffen meine Lieblingsstücke von ihm vorspielte.

Seine CD Bassfiddle Alla Polacca ist dadurch in gewissen Kreisen zu einer audiophilen Referenz-CD avanciert, wenn es darum geht, den Kontrabass besonders schön darzustellen.

Sonntag, 23. Juni 2013

Audiophiles Herrengedeck, im klassischen Stil.

Ein kurzes Memo vom Samstag.
 
Peter, der gerade bei uns um die Ecke wohnt, hatte zu einem Audiotreff im kleinen Kreis eingeladen. Die Aufwärmphase, bei der man sich an den speziellen Klang und an die Raumakustik adaptierte, währte an diesem Nachmittag nur kurz.
 
Schon bald führten ein paar gute Aufnahmen alle Anwesenden vom kritischen Hören und Kommentieren der Anlage zur Musik selbst und zur Qualität von verschiedenen Produktionen. So ging das bis spät abends mit reichlich Fachsimpelei und Szenetratsch bei Kaffee, Bierchen und Essen. Andrea und ich danken Peter noch einmal herzlich für die Einladung!
 
Wie ästhetisch schön und aufgeräumt der gesamte Aufbau wirkt, sieht man vielleicht auf den Photos.
 

Peters Lautsprecher-Kisten sind gelungene Nachbauten der Western Electric TA-7331A mit kleinen Hochtönern von Jensen. Die Feldspulen Bass-Mitteltöner haben einem Durchmesser von 12", getrennt wurde bei ca. 3,5kHz mit 6dB.
 

Wir erlebten bei Peter eine wunderbare Anlage, die möglicherweise sogar noch besser wird, wenn er seine Western-Electric 555 Replikas in größeren Hörnern probiert.
 


Samstag, 15. Juni 2013

Chorauftritt in Freiburg

Ich begleitete mein Frau, die zum Chor gehört, dort hin. Der Deutsch-japanische Chor von Freiburg und der von Karlsruhe gestalteten einem gemeinsamen Abend in der Mensa der Uni.


Donnerstag, 6. Juni 2013

Frickelfest Nachlese

Normalerweise interessiere ich mich nicht für Lautsprecher-Bauanleitungen, aber die nächste Klang+Ton werde ich mir wohl kaufen. Und zwar wegen der ‘Phi’.

Holger Barske hatte am vergangenen Wochenende auf dem Frickelfest 2013 mit seinem ‘kleinen Grosslautsprecher’ dieses Namens einen echten Coup gelandet, indem er demonstrierte, dass klangliche Opulenz vom Feinsten überhaupt nicht teuer sein muss.

Photo credit: Holger Barske

Formal gefällt mir der Entwurf übrigens auch sehr gut. Technisch elegant gelöst ist die Array-Anordnung sechs kleiner Breitbandlautsprecher, die sich in Wirkungsgrad und Belastbarkeit dem 15" Basslautsprecher perfekt angleichen und wesentliche Teile des Klangspektrums sauber und bruchlos übertragen. Jeder Ton scheint dabei stabil aus der Mitte zu kommen, genau wie bei einem echten Koaxiallautsprecher.


Photo credit: Holger Barske


Sonntag, 26. Mai 2013

Ja, es gab ein paar schöne Erlebnisse,

aber ich war zu phlegmatisch darüber zu berichten. Diverse Konzertbesuche, tontechnische Experimente mit DACs, die Teilnahme am Lenco-Heaven Audio-Meeting in Belgien, ein bisschen Sightseeing in Brüssel... Neuerdings nehme ich nur noch selten eine Kamera mit, weil ich zunehmend unter der digitalen Bilderflut leide.

Süße Souvenirs aus Brüssel - Macarons de Pierre Marcolini.

Einen Buch-Tipp möchte ich aber noch anbringen: 

 
Ein kleines Büchlein, zutiefst menschenfreundlich und berührend geschrieben.

Als nächstes Audio-Meeting steht das 'Frickelfest' im ehemaligen Kloster St. Gertrudis auf dem Kalender. Ich freue mich schon darauf und auf den anschließenden Kurzurlaub im Harz-Gebirge.

Mittwoch, 15. Mai 2013

Werbung? Ich bin doch nicht blöd!

Die Nachrichten-Websites golem.de, faz.net, RP Online, Spiegel Online und Zeit Online haben diesertage eine Kampagne gegen die Nutzung von Adblockern gestartet und nerven ihre Leser auf der Titelseite mit der Bitte, diesen für ihre Seiten zu deaktivieren.

Um ehrlich zu sein - mein erster Gedanke war: wie blende ich diesen Apell gleich wieder aus.



Bildzitate: Golem, Adblocker

Warum ist wohl Adblock-Plus die beliebteste Browser-Erweiterung? Weil fast alle Internetuser den Werbemüll hassen! Dass die Werbetreibenden im Internet immer mehr persönliche Daten abgreifen und sammeln, wenn man nicht aufpasst, macht die Sache nur noch schlimmer.

Das vielzitierte Browser-Plugin möchte ich damit noch nicht einmal verteidigen, auch wenn es mit grad' nützt, denn auch dahinter steckt ja kein Gutmenschentum. Ganz im Gegenteil - ist die Nutzerbasis erst einmal groß genug, kann man die Werbetreibenden zur Kasse bitten, damit sie von der Blockade ausgenommen werden. Mich stört die Perfidie solcher Geschäftsmodelle.

Bezahlschranken wären ehrlicher, das würde auch Redundanzen bereinigen. Egal welches Medium man nutzt - überall stößt man ja auf den kopierten Content der Presseagenturen. Origineller Qualitätsjournalismus ist im Web die Ausnahme.
Wer ist bloß auf die idiotische Idee gekommen, Werbe-Zumutungen als Tauschwährung zu sehen? Etwa nach dem Muster: ich quäle dich visuell, aber dafür darfst Du meinen Text lesen. 

Montag, 6. Mai 2013

"Was die Kunst am Leben hält ..."

Am 25. April 2013 war der neue CampusOne der Hochschule für Musik Karlsruhe feierlich eröffnet worden. Mit dem neuen Unterrichtsgebäude (Fany-Solter-Haus) und dem Multimedia- und Bühnenkomplex MUT (für Musik, Medien und Theater) entstanden rund um das architektonische Juwel Schloss Gottesaue attraktive Neubauten. 

Wir freuen uns schon sehr auf die vielen Konzerte und Veranstaltungen die wir in diesem Campus besuchen werden. Karlsruhe ist wirklich eine tolle Stadt für Kunst- und Musikfreunde! Aber was wird aus der hohen Kunst in der Zeit knapper Budgets? Wie verändert sich die Wertigkeit der Kunst in unserer Gesellschaft? Darf die klassische Musiker-Ausbildung ihren elitären Anspruch behalten, oder muss sie sich an die Popkultur anbiedern? Mit diesem spannenden Thema startete am gestrigen Sonntagmorgen das erste CampusGespräch im Foyer des Wolfgang Rihm-Forums.

Moderation: Dr. Eleonore Büning, FAZ, Gesprächsteilnehmer: Martin Emmerich, Studierender | Dr. Stephan  Frucht, Geschäftsführer des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft | Prof. Dr. h.c. Wolfgang Rihm, Komponist | Prof. Götz Werner, Gründer des Unternehmens dmdrogerie markt.


Samstag, 4. Mai 2013

Lieblingslektüre, Zeitschriften, Großformat

„NIVEAU SANS FRONTIERES ist eine Wortfiktion, deren intellektuelle Bedeutung mannigfaltig ausgelegt werden kann. Die emotionale Erfahrung von NIVEAU SANS FRONTIERES führt jedoch immer gnadenlos an den beängstigenden Rand der Vorstellungskraft! Schlußendlich aber birgt NIVEAU SANS FRONTIERES auch ein versöhnliches Statement, an den Zustand, Mensch zu sein - auf dieser Welt - in dieser Zeit - mit allen Konsequenzen!“ (Max Grüter)

Dienstag, 30. April 2013

Veranstaltungshinweis - Karlsruhe


Meine Frau und ich freuen uns schon sehr auf dieses Konzert unserer Freundinnen mit ihren wunderbaren Gesangsstimmen. Das letzte mal hatten wir diese Besetzung bei unserem privaten Hauskonzert im September 2012 gehört, als unvergesslich beglückendes Erlebnis.

Den klassischen Teil des Programms ergänzt die Pianistin Ai Aoki mit einer Komposition für zwei Stimmen und Klavier, zu der sie sich von japanischen Gedichten inspirieren ließ. Anders als auf dem Flyer angegeben, findet das Konzert eine halbe Stunde später statt - um 19:30 Uhr.


Mittwoch, 24. April 2013

Prozessorgeflüster

Ich mag es gern ruhig, auch tagsüber, wenn ich am Schreibtisch sitze. Leise, aber andauernde Hintergrundgeräusche stören mich mehr, als das Glockengeläut von der Kirche gegenüber, oder als lautes Vogelgezwitscher.
Meinen neuen Mini-PC habe ich deswegen von vornherein so ausgelegt, dass ich damit entspannt Musik hören kann, vor einem ruhigen Hintergrund.


Den pfeifenden kleinen Prozessorlüfter, der im Originalzustand nur die Warmluft im Gehäuseinneren umwälzte, habe ich entfernt. Stattdessen schaufelt jetzt ein großer Langsamläufer mit einer gemütlichen Drehzahl von 500 RPM ordentlich Frischluft ins Gehäuse. So bleibt die kleine Kiste insgesamt kühler und man hört schon auf kurze Distanz nicht mehr ob sie läuft oder ausgeschaltet ist. Die eingebaute Hitachi Notebook-Festplatte gibt sich ebenfalls erstaunlich leise. Damit habe ich Glück gehabt, denn SSD Speicherlösungen sind mir derzeit noch zu teuer.
Besonders toll sieht der offene Ventilator nicht aus, zugegeben, aber eine Zierblende würde zusätzliche Windgeräusche verursachen und die Strömung behindern.


Dienstag, 16. April 2013

Befreiungsschlag

Bildzitate: Gehäuse (Hersteller), Ubuntu Logo (Canonical)

MICROSOFT hat sich jetzt für mich als Kunde genau so erledigt, wie sich APPLE schon früher erledigt hatte. Und meinen neuen Rechner baue ich einfach wieder einmal selbst. Übrigens hatte ich den Fehler gemacht, meine Musikbibliothek im proprietären WMA-Format anzulegen. Jetzt muss ich alles auf das FLAC-Format umstellen, weil UBUNTU sinnigerweise nur freie Formate unterstützt.

Im Grunde lohnt sich der Zeitaufwand, den die digitale Musikverwaltung erfordert, nicht wirklich. Will man beim Musik-hören nicht viele Umstände machen, nimmt man den CD-Player, oder legt eine Platte auf.


Sonntag, 7. April 2013

Schönheits-Op

Obwohl ich zwei SMSL SA S3 Tripath-Verstärker kurz nacheinander beim Chinesen bestellt hatte, habe ich nicht etwa zwei tupfengleiche bekommen. Anscheinend ist es Glückssache, was bei SMSL gerade an Teilen verfügbar ist. Im Internet fand ich viele Produktbilder, die in wichtigen Bestückungs-Details ungleich waren. 

Mit meinem Erstling hatte ich offenbar Glück. Trotz seines sagenhaft niedrigen Preises kam das Gerät mit optimalen Bauteilen und die Fertigungsqualität ist lupenrein. Das Gehäuse dieser Version besteht aus zwei fein geprägten Alu-Halbschalen und sieht mit seiner dezent bedruckten Frontplatte richtig schick aus. Ganz anders, als beim zweiten Exemplar, das in einem kantigen einteiligen Kästchen mit gröberem Finish steckte. Zudem war es lieblos zusammengeschustert, und der Bauteilemix gefiel mir auch nicht.



Der Schönere bleibt nun bei mir. Verbesserungspotential sah ich hier nur noch bei den Puffer-Elkos, die den Verstärker-Chip niederohmig mit Strom füttern. Original waren zwei Elkos mit der Aufschrift PIONEER mit jeweils 3300µF Ladekapazität eingelötet, die wahrscheinlich aus alten Lagerbeständen stammen.

Diese habe ich spaßeshalber mit großzügiger dimensionierten Low-ESR Typen ersetzt und noch einen weiteren Elko spendiert, der direkt am Netzteil-Eingang hängt. Wie man auf dem Bild sieht, passen diese schwarzen Kondensatoren noch gerade so knapp unter die Haube. Meine kleine Schönheits-Op könnte sich mit optimistischen Annahmen im Bereich der Basswiedergabe positiv auswirken.
Der Signaleingang war übrigens bereits ab Werk mit hochwertigen EPCOS-Folien bestückt, hier würde auch ein Wechsel auf meine favorisierten WIMAs nichts mehr bringen.


Donnerstag, 4. April 2013

WINDOWS 8 ist mir zu aufdringlich

Da versucht man schon alles, damit die alltägliche Werbeflut möglichst nicht über die Türschwelle schwappt, und holt sich dann aus Versehen mit einem neuen WINDOWS 8 Computer einen veritablen Trojaner ins Haus. Mir ist noch kein anderes PC-Betriebssystem untergekommen, welches mir derart penetrant ach-so-tolle Apps und kostenpflichtige Dienste nahe bringen will. Wenn man wenigstens schneller und effektiver damit arbeiten könnte! Leider ist genau das Gegenteil der Fall und das hat auch nichts mit fehlender Übung zu tun.

So kam es mir nicht direkt ungelegen, als mein neuer PC schon nach wenigen Wochen den Geist aufgab und ich mir den Kaufpreis beim Händler zurückholen konnte.



Meinen alten XP-PC hatte ich zum Glück noch nicht verschrottet. Ich werde ihn jetzt einfach ein bisschen aufmöbeln und weiter benutzen, mit der Gewissheit, nichts verpasst zu haben.


Donnerstag, 28. März 2013

Audiophiles Low-End?

Mein SMSL SA S3 Verstärker macht's mir nicht leicht, ihn richtig toll zu finden. Einerseits weil ich mich von der Röhrentechnik doch nur schwer lösen kann, andererseits weil er so verdammt billig war. Kann so ein billiger Verstärker tatsächlich gut sein? Ich bin also immer noch nicht ganz entspannt beim Hören, auch wenn ich am Klang nichts wirklich auszusetzen habe. Bei den ersten Digitalverstärkern, die ich in den Siebzigerjahren angetestet hatte, war der Klang noch nicht auf so hohem Niveau. SONY präsentierte damals eine der ersten Class-D Endstufen auf dem Markt. Technologisch auf jeden Fall sehr beeindruckend, war's damals doch keine Kaufoption für mich gewesen.

Das folgende Bild zeigt den SONY TA-N88 von 1976, der noch mit diskreten Bauteilen vollgepackt war.




Erst ganze zwei Jahrzehnte später, gelang Dr. Adya Tripathi der Durchbruch. Sein Team im Silicon-Valley brachte einen kompletten Class-D Verstärker auf einem Mikrochip unter. Namhafte Hersteller verwendeten daraufhin die Tripath-ICs in Verstärkerteilen mit Leistungen bis zu 1kW. Obwohl die Firma längst pleite ging, werden immer noch Originalbauteile aus alten Lagerbeständen verbaut. Der Tripath-Hype in der Szene der Audio-Amateure, der bis heute andauert, kam erst viel später in Schwung.

In der Fachpublikation für Ingenieure 'IEEE-Spectrum' findet man unter der Überschrift '25 Microchips That Shook the World' (A list of some of the most innovative, intriguing, and inspiring integrated circuits) folgende Textpassage:

"Tripath Technology TA2020 AudioAmplifier (1998)
There’s a subset of audiophiles who insist that vacuum tube–based amplifiers produce the best sound and always will. So when some in the audio community claimed that a solid-state class-D amp concocted by a Silicon Valley company called Tripath Technology delivered sound as warm and vibrant as tube amps, it was a big deal. Tripath’s trick was to use a 50-megahertz sampling system to drive the amplifier. The company boasted that its TA2020 performed better and cost much less than any comparable solid-state amp."

Class-T® bezeichnet also keine grundlegend neue Verstärkerklasse, sondern es ist die geschützte Bezeichnung für eine proprietäre Class-D Architektur. Auf besagtem Chip werkelt ein Signalprozessor mit proaktiven und adaptiven Algorithmen. Man macht sich die hohe Schaltfrequenz zunutze, um Fehler zu korrigieren, bevor sie hörbar werden. Eingangssignal und Feedback vom Ausgang bestimmen, wie das Signal kodiert wird. Man versucht die Klangqualität mit einem robusten Regelsystem unter allen Umständen aufrecht zu erhalten. Ungleichheiten der Feldeffekt Transistoren in der Ausgangsstufe werden in gewissen Grenzen genauso ausgeglichen, wie Unsauberkeiten auf der Versorgungsspannung. Das sind alles Funktionen, die normalerweise zusätzliche Entwicklungsarbeit und Produktionskosten in der Peripherie verursachen.

Freitag, 22. März 2013

Ausstellungstipp Karlsruhe

Unbedingt sehenswert: Leiko Ikemura "i-migration" in der kunsthalle-karlsruhe.de

Bei der Eröffnung der Ausstellung erlebten wir wieder einmal Prof. Isao Nakamura, den besten Perkussionisten von Karlsruhe, bei einer hinreißenden Performance.

(Toshio Hosokawa : SEN VI for percussion, Isao Nakamura : Improvisation for exhibition)
 

Mittwoch, 13. März 2013

Literaturempfehlung

Zwei Neuzugänge für die Hausbibliothek:

Ilija Trojanow begegneten wir heuer schon zum zweiten Mal im Künstlerhaus Edenkoben. Sein großartiger Roman 'Der Weltensammler' gehört ebenfalls zu meinen Lieblingsbüchern. Er war 2006 erschienen und stand monatelang auf den Bestsellerlisten.
Eistau erzählt von einer Reise in die Antarktis, die ein tragisches Ende findet. Ilija Trojanow hat damit einen zutiefst poetischen Roman über die Erhabenheit der Natur und die Gefährdung unserer Welt geschrieben.
Die Lesung zu Eistau war übrigens gar keine Lesung im üblichen Sinn, denn der Autor trug lange Textpassagen auswendig vor, unterbrochen von konzertanten Einspielungen von seinem Smartphone. Wir hörten Stücke des südafrikanischen Komponisten Hans Huyssen, die dieser für das Buch geschrieben hatte - eine sehr interessante Literatur-Performance in einer ganz neuen Form.



Ilija Trojanow am vergangenen Sonntag auf der Bühne des Künstlerhauses Edenkoben.

Kritisieren muss man nur die Moderation an diesem Tag, die schlecht vorbereitet und lustlos wirkte. Und dann hatte auch noch der Haustechniker vergessen, die Bühnenscheinwerfer einzuschalten. Das Künstlerhaus hat wirklich schon bessere Tage gesehen.

Das Buch von Eva Menasse hatte ich mir zum Geburtstag gewünscht, nachden ich ein Video von ihr auf ZEIT-Online gesehen hatte. Die ZEIT schreibt vom "Glück der Lektüre": Eva Menasse schreibt kristallklare Prosa über die Vergeblichkeit des sehnsuchtsvollen Miteinanders – große Literatur!


Montag, 11. März 2013

Markenkunde

Merkel will's, keiner braucht's, keiner zahlt's.


Das Logo der Stuttgarter Bürgerbewegung gegen Stuttgart 21 ist zum Markenzeichen für Murks made in Germany geworden. Es wurde außerdem zum Zeichen für Machtmissbrauch in Politik und Wirtschaft.

Mittwoch, 6. März 2013

Qualitätskontrolle

Bevor ich mich traute, meinen neuen T-Amp in Betrieb zu nehmen, habe ich erst einmal überprüft, ob nicht DC am Ausgang anliegt, der die Lautsprecher unnötig belastet. Dies war aber nicht der Fall, der DC-Offset war nur gering, in der Größenordnung von 10mV. Mit den beiden Trimm-Potis, vorn auf der Platine, lässt sich die Ausgangsspannung genau auf Null stellen. Jetzt kann's dann losgehen...


Freitag, 1. März 2013

Weniger, aber besser*



Photo credit: miniDSP

Wer meine alte Analogue-Audio-Website kannte, der weiß von meinem Spaß an puristischen DIY-Designs. Diese Design-Philosophie möchte ich ins Digitale übertragen, denn auch auf der Spielwiese der Computer-Audiophilen gibt es genug Möglichkeiten, sich sportlich einzubringen. Ich finde beispielsweise das Konzept des 'Direct Digital Amp' sehr spannend. Diese Technologie sorgt dafür, dass ein digital aufgezeichnetes Musiksignal auf seinem gesamten Weg durch ein HiFi-System bis zur Ausgabe im Lautsprecher digital bleibt. Das bedeutet, dass es weitestgehend unverfälscht bleibt und damit eine bisher unerreichte Klangqualität ermöglicht.

Ein DDX-Amp wird mit einem PCM-Signal (Pulse Code Modulation) gespeist, das in PWM (Pulse Width Modulation) weiterverarbeitet wird. Die Digital/Analog-Wandlung erfolgt dabei erst in der allerletzten Schalt-Verstärkerstufe, mittels eines ganz einfachen Filters. Es gibt leider so gut wie keine Digitalverstärker zu kaufen, die dieses Konzept konsequent umsetzen und dabei auf die Kompatibilität mit der herkömmlichen Analogtechnik verzichten. Meist hat man es mit Mischformen zu tun, die diverse I/O- und DSP-Zusatzfunktionen beinhalten.

Bis jetzt fand ich erst ein einziges Produkt, das meinen Vorstellungen ungefähr entspricht: ein DDX-Stereo-Verstärkermodul mit I2S Input (Inter-IC Sound Interface) der Firma miniDSP. So ein Modul könnte ich direkt an den I2S-Abgriff an meinem Musiland DAC anschließen, wie im vorigen Posting erwähnt.

* Zitat: Dieter Rams

Donnerstag, 28. Februar 2013

Musiland Monitor 03 - Inside

Sowohl von der blitzsauber aufgeräumten Innenansicht her, als auch von der Qualität der Bauteile, finde ich diesen DAC sehr beeindruckend. Das ist ein schönes Beispiel von High-Tech aus China. Leider werden solche Low-Cost Geräte, die nicht über den regulären HiFi-Handel laufen, nur selten von den Redakteuren der Audiomagazine besprochen.

Photo credit: Musiland

Als Wandler-Chip kommt der Burr-Brown PCM1798 zum Einsatz. Dynamic Range: 123 dB, THD+N: 0.0005%. Der PCM 1798 unterstützt überraschenderweise eine Sample-Rate von 384 kHz, obwohl diese im Datenblatt nicht angegeben ist. Den Nachweis, dass diese Datenrate 1:1 durchgereicht wird, hat ein DIY-Kollege aus Japan erbracht. Die verwendeten elektronischen Bauteile sind alle wirklich erste Sahne, bis auf den OP-Amp MC33079 vielleicht, der im Analogteil als suboptimal gesehen werden kann. Andererseits sind diese modernen Operationsverstärker qualitativ schon jenseits von Gut und Böse.

Sogar der verwendete Kopfhörer-Verstärker-IC ist mit dem TPA6120 gut gewählt. Dieser Amp wird auch in teuersten Geräten verbaut: SNR: 120 dB, THD+N: 0.00014% - das sind alles traumhafte Werte. Die Stromversorgung fällt über USB 3.0 kräftiger aus als bei 2.0, was sich bei Kopfhörerbetrieb positiv auswirken dürfte. Ansonsten werden alle Spannungen individuell auf der Platine aufbereitet

Soll der Monitor 03 Device nur als USB-Schnittstellen-Wandler eingesetzt werden, (Cypress CY7C68013A-56LTXC) zur Fütterung von DACs aus der Topliga, kann ich mir momentan kaum eine günstigere Lösung vorstellen.
Hierfür ist der Toslink-Anschluß da, oder auch die ungenormte 'Mulink'-Schnittstelle. Mit einem kleinen operativen Eingriff auf der Platine könnte man zu diesem Zweck auch das I2S Signal anzapfen. Bei einem teuren Gerät hätte ich schon mehr Hemmungen daran herumzulöten. Das sei nur am Rande bemerkt, denn bei mir kommt diese Anwendung momentan nicht vor. Die klangliche Beurteilung von DACs mit derart hohen Auflösungen fällt mir schon ziemlich schwer.


Dienstag, 26. Februar 2013

Zahlenmagie

Neun Minuten Musik, im Format 24bit/352.8kHz codiert, beanspruchen 1 Gigabyte auf dem Speichermedium. Erfreulicherweise kommt man selbst bei hohem audiophilem Anspruch mit viel weniger Bits aus. Schon mit 24/96'er Auflösung klingen gute Aufnahmen eine ganze Klasse besser als im CD-Format mit 16bit/44.1kHz. In dieser Stufe zeigt sich der Qualitätssprung gegenüber der herkömmlichen Audio Compact Disk am deutlichsten. Mit dem Studio-Format 24/192 hat man schon fast zu viel des Guten, solange man keine Bit-Reserve für die Nachbearbeitung benötigt.

Identische Aufnahmen, wahlweise mit 96kHz oder 192kHz abgespielt, liegen nach meinem Eindruck öfter gleichauf, ich kann sie gehörmäßig nicht mehr sicher auseinander halten. Dennoch wähle ich bei Klassik-Einspielungen am liebsten die 192kHz Studio-Master Downloads, soweit diese angeboten werden, wie bei Linn-Records beispielsweise. Die größere Zahl gibt mir das Gefühl auf der sicheren Seite zu sein. Aus demselben Grund verwende ich auch nur verlustfreie Formate wie FLAC oder bei 24bit/96kHz auch lossless Windows Media Audio.



Spannend ist es trotzdem, mit höchsten Bit-Auflösungen zu spielen, um zu sehen, was geht.. Das kleine Musiland-Kästchen auf meinem Foto macht doch tatsächlich bis zu 384kHz über USB.


>> Großbild <<

Übrigens gefällt mir auch der vintage XP-style der Musiland-Console. Vor Jahrzehnten hatte ich mich beruflich an solchen Benutzeroberflächen für industrielle Messinstrumente verkünstelt, die ich in der objektorientierten Programmiersprache MS Visual Basic schrieb. Das sah wirklich genau so aus - ich bin gerührt!


Dienstag, 19. Februar 2013

Bonsai-Amplifier EL84 SE

Die alte japanische Gärtnerkunst des Bonsai, bei der Bäume in engen Gefäßen gezogen, klein gehalten und ästhetisch geformt werden, kommt ursprünglich aus China, als Tradition des Penjing. Daran musste ich denken, als ich diesen Röhrenverstärker aus China geliefert bekam - eine putzige Miniatur mit einer Stellfläche von der Größe einer CD-Hülle. Ausstattung und Finish sind tadellos und dabei ist das Gerät preislich so günstig, dass ein Selbstbau teurer käme.



Wenn nur der Signal-Geräuschspannungsabstand einen Tick besser wäre! An meinen empfindlichen Radiolautsprechern höre ich es leise brummen und rauschen, wenn es im Hörraum ganz still ist. An modernen Lautsprechern, die meist einen schlechteren Wirkungsgrad haben, dürfte man davon wohl nichts bemerken.

Nach meiner Einschätzung bewegt man sich klanglich etwa auf der Höhe eines DECWARE ZEN oder eines AUREXX CRYSTAL, beides prinzipiell ähnliche EL84 Kleinverstärker, die ich auch schon hier bei mir hatte. Diese beiden Fabrikate brummten leider ebenfalls zu stark an meinen Lautsprechern. So bleibt am Ende doch nur der Selbstbau wenn man höhere Ansprüche stellt.



Der AUREXX CRYSTAL ließe sich übrigens noch am leichtesten modifizieren. Verbessert man sein Netzteil, gibt's nichts mehr zu bemängeln, hauptsächlich weil die Ausgangstrafos von guter Qualität sind. Beim o.g. Verstärker wären solche Eingriffe schwierig: Einmal ist die Bauweise sehr gedrängt, mit einer auf beiden Seiten bestückten Platine, zum Anderen ist da ein integriertes Schaltnetzteil, das man nicht so einfach umbauen kann. Ich könnte mir vorstellen, dass entweder die Siebung der Anodenspannung zu knapp bemessen ist, oder dass HF-Noise in den NF-Teil einstreut.

Samstag, 16. Februar 2013

Energiesparnetzteil

Schaltnetzteil + Schaltverstärker, beide Made in China - passt! Von den MEANWELL Industrie-Netzteilen hatte ich noch zwei Stück in der Schublade. Sie waren mal für die Heizung meiner 211er Röhrenverstärker gedacht, kamen aber mit dem hohen Einschaltstrom der kalten Senderöhren nicht zurecht. Für den T-Amp dürften 50 Watt reichen.
Photo credit: Meanwell

Freitag, 15. Februar 2013

Energiesparverstärker

Wie schnell sich so ein Low-Cost Digitalverstärker wohl amortisiert? Er wird den klobigen YAMAHA-Verstärker ersetzen, der bisher meine PC-Desktop-Monitore bedient.
Der sparsame Stromverbrauch ist natürlich nicht der wahre Grund für den Wechsel, vielmehr möchte ich selbst einmal schauen, was an dem TRIPATH-Hype dran ist. Angeblich sollen die Dinger an gutmütigen Lautsprechern ja gar nicht so schlecht klingen.


Photo credit: S.M.S.L.

Auf dem Foto gefällt mir besonders die aufgeräumte Architektur dieses Kleinkraftwerks. Sieht recht appetitlich aus, der Kleine, und paßt damit auch optisch zu meinem Nettop, der ebenfalls kompakter, leiser und stromsparender ist, als sein Vorgänger.