Montag, 28. Januar 2013

Aus dem Privatlabor

Gehäusedesign ist bei diesem Verstärker-Prototyp noch kein Thema. Das Aussehen würde mir nicht gefallen, aber als Versuchsträger sind die recycelten Gehäuse gut. Das Netzteil ist hier schon fertig, der Verstärkerteil noch nicht.



So wie ich mich bei der Lautsprecherentwicklung auf SABA Greencones und alte PHILIPS Alnico's fokussiert habe, so halte ich es heute auch mit den Röhren für den Verstärkerbau: Ich konzentriere mich nur noch auf wenige Typen, die mich im Laufe der Jahre klanglich überzeugt haben. Die EL84-Pentode gehört dazu, daneben noch die EL8-Tetrode und die Triode 1626 im Darling-Verstärker. Letzteren sehe ich nach wie vor als den idealen Spielpartner für die Greencones, während meine EL84-SE Mk II  und meine EL8 Heinzelmann-Verstärker mit einer größeren Auswahl von Lautsprechern gut harmonieren.

Freitag, 18. Januar 2013

Erweiterung der Hörzone

Für Digital-Analogwandler kann man sicher viel Geld ausgeben, will man in den Genuß von hochauflösender Musikwiedergabe kommen. Ich schrecke jedoch vor dem Kauf richtig teurer Geräte zurück, weil die Entwicklung der Wandlerbausteine noch nicht erkennbar in die Konsolidierungsphase eingetreten ist. Übrigens bin ich der Meinung, daß der Wandlerchip selbst den größten Einfluß auf den Klang hat.

Weil die Hersteller von HiFi-Endgeräten nur auf eine überschaubare Auswahl dieser vorfabrizierten Schaltkreise zurückgreifen können, verkünsteln sie sich beim Drumherum. Kräftige Anpassungsverstärker, fette Netzteile und schicke Gehäuse machen die Geräte teuer. Die Preise für Wandlerchips sind hingegen verschwindend gering, bestimmen aber grundsätzlich, wie gut so ein Gerät maximal sein kann. Klanglich relevante Fortschritte bei DACs würde ich also eher von den Chip-Schmieden erwarten.

Ein paar Wandler habe ich jetzt schon durch - entweder selbst gekaufte, oder von Freunden ausgeliehene. Manche habe ich schon wieder aus dem Verkehr gezogen. Klanglich gefielen mir bisher die Wandler-Chips von AKM am besten. Wandler dieses japanischen Herstellers stecken beispielsweise in meiner Squeezebox-Touch und im Fostex HP A3. 



Die größte klangliche Überraschung erlebte ich aber mit meinem neuen Lenovo-PC. Die Systemdiagnose sagt mir, er habe 'Realtec High Definition Audio' on board. Sehe ich unter die Haube, finde ich darin nur noch ein Mini-Mainboard mit ein paar hochintegrierten SMD-Bauteilen darauf, so winzig, daß ich die Typenbezeichnung auch mit der Lupe nicht entziffern kann. Direkt ab PC Line-Ausgang ist die Bit-Auflösung den heute üblichen Wandlern mit 24/96 am USB-Anschluss überlegen. Nur hier kann ich bis jetzt 24bit 192kbps Files hören - und genau diese hohe Auflösung bringt's. Der Klang ist damit geschmeidiger, als ich es bisher von einem PC kannte.

Donnerstag, 10. Januar 2013

Stress für Lautsprecher

Mussorgsky: Pictures at an Exhibition / Stravinsky: Three Dances From Petrouchka. Mit dieser Transkription hat Jean Guillou wohl eines der imposantesten Orgelstücke überhaupt geschaffen.  So ist es kein Wunder, dass seine CD, auf der man ihn selbst auf der Orgel der Tonhalle Zürich spielen hört, mittlerweile zum Kanon der Audiophilen zählt. Dementsprechend hört man diese CD immer wieder bei Vorführungen; nicht zuletzt, weil es sehr gute Lautsprecher braucht, um die explosive Dynamik und die abgrundtiefen Orgelregister dieser hervorragenden Aufnahme wiederzugeben.

Obige CD mit Orgelwerken von Wolfgang Rihm habe ich indes erst kürzlich entdeckt. Sie dürfte weniger bekannt sein. Unglaublich gut gelungen, wenn man sich das jugendliche Alter vergegenwärtigt, in dem einige der Stücke entstanden sind. Hier zeigt sich für mich schon das ganze Genie des Karlsruher Komponisten Wolfgang Rihm. Dominik Susteck, Organist der Kölner Kunst-Station St. Peter und vielfacher Preisträger als Organist und Komponist, spielt diese 'Neue Orgelmusik' mit großer Klangfantasie und mit Schlagzeugeffekten, die seine Kölner Orgel bereit hält. Auch diese Aufnahme ist Stress pur für Lautsprecher aber ein Hörvergnügen für meine Ohren.

Montag, 7. Januar 2013

Milestones



So sah eine Zusammenstellung meiner besten DIY-Audiosachen im Jahr 2012 aus: LeBong Reso|Beta Lautsprecher mit Philips 9710 Breitbänder an LeBong EL84-SE|Mk II Röhrenverstärker und Logitech Squeezebox Touch. Als Datenträger steckte darin eine SD-Speicherkarte, die eine Musikbibliothek im Format Windows Media (verlustlos) enthielt.

Die Fotos entstanden letztes Jahr bei einen Treffen von Audiofreunden in Beauvechain in Belgien. (Photo credit: Torben + Jacek)




Gesangsstimmen, klassische Instrumente und kleine Besetzungen erklingen mit dieser Anlage in einer einmaligen Schönheit und virtuellen Präsenz. Das liegt hauptsächlich an den hocheffizienten Lautsprechern alter Bauart mit ihrem guten Einschwingverhalten. Meine selbstgezüchteten Lautsprechergehäuse und Röhrenverstärker tragen natürlich entschieden zu diesem Wohlklang bei.

Es wäre jedoch unehrlich, würde man die Ohren vor den spezifischen Stärken alternativer Schallwandler verschließen: Bei Elektrostaten wäre dies beispielsweise die Durchsichtigkeit des Klangs, bei Hornlautsprechern ihre explosive Dynamik und grandiose Darstellung, wogegen Mehrwegesysteme in geschlossenen Boxen für eine gefaßt neutrale HiFi-Wiedergabe stehen. 

Die fortschreitende Digitalisierung hat der gesamten Musik-Elektronik noch einmal ein spannendes Kapitel hinzugefügt, das ich nicht auslassen möchte. Auch wenn sich die Technik im Laufe der Zeit verändert, bleibt sich für mich eins immer gleich: Die spielerische Herausforderung, Audiosysteme mit hohem musikalischen und ästhetischem Anspruch zu realisieren.


Mittwoch, 2. Januar 2013

Neues Hörgerät


Meine Suche nach einem brauchbaren Studio-Kopfhörer für den PC währt schon recht lange. Jetzt fand ich endlich etwas passendes im hiesigen Pro-Audio- und Musiker-Equipment-Laden. Dort im Hörstudio hatte ich die Gelegenheit, eine Auswahl von Kopfhörer- und Verstärker-Kombinationen direkt miteinander zu vergleichen. Am Ende lief es auf den Beyerdynamic DT 880 Pro Edition hinaus, in Kombination mit einem Fostex HP-A3 32 Bit DA-Wandler mit Kopfhörerverstärker. Musikalische Details kommen damit so durchsichtig und ausgewogen zu Ohr, wie es keine Lautsprecherbox schafft. Anders als der Jecklin Float QA, über den ich unlängst meine Eindrücke notiert hatte (im alten Blog) erzeugt der elektrodynamische Hörer mehr Körper und Baßfundament. Das liegt bestimmt auch daran, daß die elektrostatischen Folienwandler des Float QA nicht am Kopf anliegen. Die Feinauflösung ist meiner Meinung nach bei beiden Hören nicht weit auseinander. Der größte Nachteil so eines Hörgeräts in der Praxis ist die 'In-Kopf-Lokalisation' des Klangraumes mit einer unnatürlichen Kanaltrennung. Für einen länger dauernden, entspannten Hörgenuß ist das wohl nichts  - aber perfekt für's kritische Abhören.