Freitag, 31. Januar 2014

Französische Impressionen für Harfe und Querflöte

Das Konzert aus der Reihe PhilMehr! - Kammermusik auch an ungewöhnlichen Orten - vom "Philharmonische Brücken e.V." fand gestern im ehemaligen Herrenhaus des Freiherrn von Loen statt. Auch dieses historische Gebäude in der Peripherie von Görlitz war stark beschädigt gewesen und präsentiert sich heute in einem zumindest teilrenovierten Zustand. Zwei junge Familien haben sich die Instandsetzung der Immobilie zur Aufgabe gemacht und vermieten Räume für Festlichkeiten.


Die Harfenistin Lucie Delhaye spielte nicht nur sehr gefühlvoll, sondern führte auch trés charmant mit französischem Akzent durch den Abend.

Mittwoch, 29. Januar 2014

Neu eingetroffen

Nachschub für das heimische Bücherregal - ich freue mich! Das neue Buch von Haruki Murakami wird bestimmt ein Lesevergnügen. Inzwischen haben wir schon eine kleine Sammlung von interessanter zeitgenössischer japanischer Literatur, zu der auch frühere Romane von Haruki Murakami gehören.


Sonntag, 26. Januar 2014

Veranstaltungshinweis Görlitz

Copyright Hinweis: PhilMehr! - Philharmonische Brücken e.V. 
  

Kunst und Kultur unter dem Gefrierpunkt

In Görlitz wirken noch etliche Kunst-Aktivisten, Maler, Blogger, Fotografen, Musiker usw., die wir gern kennenlernen möchten. So besuchten wir kürzlich einige Ateliers, Vernissagen, Musikabende und Lesungen.
Im Winter trifft man sich häufig nächtens bei Kerzenschein in den Gewölben alter Häuser und Schlösser. Gewöhnlich herrscht dort kein gutes Fotolicht, weswegen ich kaum Bilder aufgenommen habe. Ich muss mir mal angewöhnen, nachts generell eine starke Taschenlampe mit mir zu führen. 


Die folgenden Fotos stammen von einer improvisierten Ausstellung im Januar, in einem leeren und unbeheizten Haus. Zur Eröffnung sang Jan Novotny, der erste Tenor des Görlitzer Theaters. Bei der Ausstellung wurde ein Kurzfilm gezeigt, der einen Eindruck von der kreativen Szene in Görlitz vermitteln sollte und der speziell für diese Veranstaltung gedreht worden war. Nur im Erdgeschoss gab es stellenweise elektrisches Licht. In den oberen Stockwerken hatte man Zeichnungen, Gemälde und Fotos aufgehängt. Die morbide Szenerie einschließlich herumliegendem Bauschutt war im dürftigen Schein von ein paar Teelichtern nur schemenhaft wahrzunehmen. Ehrlich gesagt, habe ich dieses unterkühlte Setting nicht ganz verstanden. Manchmal ist das Kunsterleben in Görlitz für uns noch mit leichten Irritationen verbunden. Vorläufig bleibt also noch vieles rätselhaft und spannend.



Initiatoren dieser Ausstellung waren die Mitglieder einer Künstlergruppe namens 'Die Lebenden', die sich programmatisch auf den Postexpressionismus bezieht.

Kontext-Link: moma.org/explore/collection/ge/search?query=Die+Lebenden






Donnerstag, 16. Januar 2014

Quatuor pour la fin du temps

Warm eingepackt in Winterkleidung, erlebten wir gestern ein ganz besonderes Neujahrskonzert in einem Zelt, zu dem der MEETINGPOINT MUSIC MESSIAEN eingeladen hatte. 
 

Es war der Jahrestag der Uraufführung im Kriegsjahr 1941 und das Werk von Olivier Messiaen wurde am Ort seiner Entstehung, dem ehemaligen Gelände des Kriegsgefangenenlagers STALAG VIII A aufgeführt, das heute auf polnischem Gebiet liegt. Es war das letzte Konzert im Zelt. Im nächsten Jahr wird hier ein architektonisch attraktiver Neubau stehen, das "Europäische Zentrum für Bildung und Kultur – MEETINGPOINT MUSIC MESSIAEN". 


Zur nunmehr siebenten Wiederholung dieses Konzerts spielten vier junge Musiker aus Belgien: Lieselot Watté (Violoncello), Sven Van De Voorde (Klarinette), Mathias Coppens (Klavier), Jens Lynen (Violine).
Es war ein sehr bewegender Abend mit einer emotionalen Tiefenwirkung, die weit über ein gewöhnliches Konzerterlebnis hinausgeht. Ich musste auch an meinen Vater denken, der acht lange Jahre in einem Kriegsgefangenenlager im Ural-Gebirge war.


Mittwoch, 8. Januar 2014

Veranstaltungshinweis: Görlitz/Zgorzelec

Bild- und Textzitat:  MEETINGPOINT MUSIC MESSIAEN e.V. Görlitz

"Es ist ein besonderes Neujahrskonzert, zu dem der MEETINGPOINT MUSIC MESSIAEN in jedem Jahr am 15. Januar einlädt. Immer am Jahrestag der Uraufführung im Kriegsjahr 1941 wird am historischen Ort Olivier Messiaens „Quartett auf das Ende der Zeit“ gespielt"

Weitere Informationen gibt es unter: wordpress.themusicpoint.net

Wir freuen uns schon sehr auf das Konzert und das mehrtägige Rahmenprogramm.

Piaskowa Góra (Poln.) - Sandberg

So heißt ein ganz wunderbares Buch von Joanna Bator, das ich mir schon 2011 vorgemerkt hatte. Iris Radisch, die Kritikerin der ZEIT, hatte es damals als Lesetipp empfohlen. Der Roman beschreibt eine Welt am Rand, das Leben in einer Plattenbausiedlung auf einem Hügel, in der die Frauen regieren. Sie liegt unweit des heutigen Dreiländerecks von Polen, Tschechien und Deutschland - ein Landstrich, der nach dem zweiten Weltkrieg tiefgreifende demographische Umwälzungen erfuhr. 




Schaue ich über die Dächer der Altstadt hinüber nach Zgorzelec, sehe ich dort gerade so einen Hügel, auf dem sich verwohnte Plattenbauten hoch auftürmen.


Mit ihrem neuen Roman 'Wolkenfern' setzt Joanna Bator die packende Geschichte fort. Es ist also sinnvoll, die beiden Bücher nacheinander zu lesen - für mich ein einziges riesengroßes Lesevergnügen, ähnlich dem, das ich vor vielen Jahrzehnten bei der Lektüre der ersten Bücher von Isabel Allende empfand. Man glaubt, ein neues literarisches Wunder zu erleben.