Montag, 31. März 2014

"Monsieur, wir sehen uns wieder!"

Szenische Lesung aus dem Briefwechsel zwischen Christa Wolf und Franz Fühman.



Der Kunstverein Hoyerswerda hatte am vergangenen Sonntag zu einer Matinee im Schloss eingeladen. Es lasen: Inés Burdow, Rike Eckermann und Hans-Jürgen Pabst. Ulrich Herrman war für die musikalische Untermalung zuständig. 

Kontext-Link: die-leseguerilla.de
 



Das Publikum erlebte einen beeindruckend präsenten Auftritt der SchauspielerInnen, starke Persönlichkeiten, starke Stimmen und starke Texte. Die Korrespondenz der berühmten Ost-Autoren Franz Fühmann und Christa Wolf reflektiert dabei eine Zeit der kleinen und großen Widerstände, Nöte und Hoffnungen der 60er, 70er und 80er Jahre in der DDR.



Auf dem Heimweg besichtigten wir noch die Weiten des schönen Lausitzer Seenlands. In einer Pause, bei einem Spaziergang, entdeckten wir eine malerisch verwilderte Schlossanlage, wovon es hier viele gibt, und genau dort, unerwartet, in einem stillen Park eine geradezu poetische Manifestation der modernen Kunst. Wie sich herausstellte, befanden wir uns auf einem vormaligen Rittergut, das heute 'Neues Schloss Uhyst' heißt. Die Installation hieß 'Epiphyten / Aufsitzer' und war eine Arbeit der Künstlerin Juliane Köhler.  


Zur Projektseite im Internet: ueber-tage.de...koehler

Mir macht es viel Freude, solche außergewöhnlichen Plätze der Kontemplation zu entdecken. Die Künstlerin schreibt: "Der Schlosspark selbst allerdings war bis etwa 1991 nicht allgemein zugänglich, zunächst durch herrschaftliche Besitzverhältnisse abgegrenzt; später durch seine Nutzung als Krankenhausgelände. Als er wieder geöffnet wurde, war er mitsamt seinen Besonderheiten als Ort der Erbauung und des Lustwandelns aus dem Bewusstsein der Ansässigen verschwunden."
 

Ein lebendiges Wochenende

Zur Zeit verarbeiten wir noch eine unglaubliche Fülle von neuen und interessanten Eindrücken. Los ging's am Samstag mit dem ganztägigen Zukunftkonvent im Haus Schminke, welches fraglos ein Glanzstück der Architektur der Moderne darstellt. Insofern prädestiniert als Wohnzimmer der 'Creative Class', wo wir uns gleich sehr wohlgefühlt haben. Wir sind dankbar, dass wir dabei sein durften und haben uns an diesem Tag auf den Workshop 'Oberlausitz-Leben' konzentriert. Die gleichnamige Internet-Plattform halte ich für die derzeit beste ihrer Art in der Region. Dort findet sich auch ein Video vom Start der Veranstaltung sowie ein Hinweis auf zukünftige Veranstaltungen.  





Es war ein sehr inspirierender Tag an dem man die führenden Köpfe von Kulturvereinen und Initiativen in entspannter Atmosphäre kennenlernen konnte.




Koordination und Gastgeber: Dr. Stephan Meyer, Abgeordneter im Sächsischen Landtag, Franziska Schubert, Bündnis Zukunft Oberlausitz, Freiberuflerin und Doktorandin, Dr. Maik Hosang, Philosoph, Zukunftsforscher, Sozialökologe, Claudia Muntschick, Architektin Haus Schminke



Mittagspause im Ambiente einer originalen 'Frankfurter Küche'



Brainstorming: Oberlausitz-Leben und Dorfplatz 3.0

Freitag, 28. März 2014

Köstliche Macarons aus Dresden

Mit denen von Ladurée würde ich sie zwar nicht vergleichen, auch wenn ich beim Thema Macarons automatisch an das legendäre Café auf der Avenue des Champs-Élysées denke. Neuerdings gibt's diese coolen Plätzchen auch hier im Osten - ich freue mich an den kleinen Dingen...

Tipp für Paris: laduree.com
  

Dienstag, 25. März 2014

Da machen wir mit!

Im Rahmen des Zukunftskonvents Oberlausitz werden am kommenden Wochenende engagierte Bürger, Kreative und Experten gemeinsam Ideen für die Oberlausitz von morgen entwickeln. Treffpunkt: Haus Schminke, Löbau

Kontext-Links: oberlausitz-leben.de stiftung-hausschminke.eu

Photo credit: Michael Sander (Wikipedia)

Sonntag, 23. März 2014

Art Nouveau in Reinkultur

Interieurs mit Stilelementen der Moderne, dem Jugendstil und dem Neoklassizismus, findet man in Görlitz noch häufig in ihrer ursprünglichen Substanz samt Patina belassen. Exemplarisch möchte ich die Görlitzer Kreuzkirche nennen, wo wir heute ein Konzert mit Bläsermusik besucht haben. Ich schwanke noch nachträglich zwischen Genuss und Staub-Allergie. 

Jedes Jahr im Frühjahr lassen sich 50 Posaunenchoristen aus der Landeskirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz von Profimusikern des Wiesbadener Blechbläserquintetts im Rahmen eines Seminars weiterbilden, um am Ende gemeinsam ein Abschlusskonzert zu geben.

Unter der Leitung von Joachim Tobschall (Wiesbaden) und Landesposaunenwartin Maria Döhler sowie Steffen Peschel hörten wir heute Werke u.a von Gabrieli, Corelli, Telemann, Bortnjansky, Dvorák, Hindemith und D. Wendel.
   
Besonders spannend: am Sonntag den 6. April wird in besagter Kreuzkirche der Bachchor mit der Markuspassion des schlesischen zeitgenössischen Komponisten Heinz Roy konzertieren, wobei diesmal meine Frau mitsingt.
  

Samstag, 22. März 2014

"Kunst in der Pampa"

(Zitat des Inhabers) Die Galerie FLOX will mit ihren Aktivitäten einen Beitrag dazu leisten, den abgelegenen Kunststandort Kirschau zukünftig zu einem Zentrum für zeitgenössische, bildende Kunst im ostsächsischen Raum zu entwickeln. Das gefällt uns natürlich! Gestern besuchten wir zum ersten Mal eine Vernissage in den riesigen Lofts eines alten Industriegeländes, das heute in der Hauptsache eine Fischzucht beherbergt. Die weite Anfahrt hat sich übrigens gelohnt, denn es wurden nicht wenige Maler präsentiert, die uns sehr gut gefallen haben, darunter war auch ein Meisterschüler von Neo Rauch, Leipzig.

Homepage: galerie-flox.de



Zu der aktuellen Ausstellung hatten auch zwei Fotografen aus Görlitz beigetragen, die wir inzwischen schon etwas näher kennen.

Flyer auf der FLOX-Homepage: face-to-face



Mittwoch, 12. März 2014

Meeting Point Messiaen e.V. / STALAG VIII

Heute möchte ich kurz ein paar Eindrücke von einer Führung über das Gelände des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers 'STALAG VIII' festhalten.

Durch die Ortskunde unseres Guide Alexandra Grochowski lernten wir die verbliebenen Spuren von Gebäuden zu lesen, die heute in einem zerzausten Birkenwäldchen kaum noch auszumachen sind. Das Areal befindet sich auf polnischem Staatsgebiet unweit von Görlitz im Weichbild von Zgorzelec.


Die große Metallskulptur auf dem folgenden Foto war übrigens bei einem früheren Workshop des Meeting Point Messiaen entstanden. Damals schweißten Jugendliche in der Werkstatt eines hiesigen Bildhauers gleich mehrere solcher Skulpturen zusammen, die Passagen von Oliviers 'Quartett für das Ende der Zeit' symbolisieren und stellten sie anschließend im Gelände auf. Die Genese und die Uraufführung dieser berühmten Komposition geht auf Olivier Messiaens Gefangenschaft im STALAG VIII zurück.





Auf dem Gelände haben nebenbei schon die Bauarbeiten für das neue Zentrum für Kunst, Kultur und Medien des Meeting Point Messiaen begonnen, wo ich zukünftig gern im Bereich neue Musik und Tonkunst mitarbeiten möchte. Wenn es tatsächlich so kommt, wäre das eine sehr spannende Perspektive.

Photo credit: Meeting Point Messiaen e.V.

In dem EU-geförderten Neubau mit seiner ansprechend modernen Architektur, wird bald die Heimstatt für den Messiaen-Treffpunkt zu finden sein. Ich freue mich schon sehr auf dieses Haus, in dem bestimmt viele interessante Konzerte, Ausstellungen, Workshops u.s.w. stattfinden werden.
 

Montag, 10. März 2014

„Kennst du das Land?“

So lautete der Titel eines wunderschönen Aula-Konzerts in Bautzen, das wir letzten Samstag besuchten. Die Komponistin und Pianistin Liana Bertók musizierte virtuos mit Familie und Freunden. Unsere Nachbarin, die japanische Harfenistin Kazumi Hashimoto, die ebenfalls dort auftrat, hatte uns eingeladen.

Nein, wir kennen das Land noch nicht, das merkten wir auch an diesem Abend.

Das Programm enthielt eine originelle und beglückende Zusammenstellung von Liedern im alten Stil nebst neuen Kompositionen aus dem östlichen Kulturraum. Nicht zuletzt war es die Stimme der Sängerin Tanja Donath (Mezzosopran), die uns an diesem Abend begeistert hat.

Montag, 3. März 2014

Kunsterfrischung

Immer nur klassische Kulisse, alte Kunst und Gestriges - manchmal wird mir die in Görlitz gepflegte Nostalgie zu viel und mir kommt alles nur noch antiquiert vor. Mir fehlen die modernen architektonischen Kontrapunkte im Stadtbild und ich würde gern mehr Neues sehen, das auf dem historischen Substrat erwächst. So war's denn erfrischend, einmal wieder einen formal schlichten 'White cube' mit moderner Kunst zu betreten.

Ich schreibe hier über die Galerie Klinger, welche vor Jahren aus Görlitz weggezogen ist, in die Nähe von Dresden. Seitdem gibt es in Görlitz leider keine ernstzunehmende Galerie für zeitgenössische Kunst mehr.



Meine Fotos zeigen Impressionen von einer Vernissage mit wunderbaren Arbeiten von Steffi Deparade-Becker, Dresden. Laudatio: Prof. Dr. Rainer Beck. Musik: Romi Sota-Klemm. Homepage: galerieklinger.de



Es war eine sehr schöne Ausstellung, bei der wir die Gelegenheit nutzten, Gespräche mit VertreterInnen der Kunstszene Dresden zu führen, die uns natürlich auch brennend interessiert. Bisher besitzen wir erst ein einziges Gemälde einer jungen Dresdner Künstlerin.