Montag, 27. April 2015

Hanami 2015

Jedes Mal, wenn wir die Kirschblüte betrachten, denken wir an unsere lieben Freunde in Japan und fühlen uns mit ihnen geistig verbunden.

Foto: Johannes LeBong, Kirschbaumallee bei Görlitz in Gewitterstimmung


Donnerstag, 23. April 2015

Die KUNSTZEITUNG von Lindinger + Schmid

Foto: Johannes LeBong

Die KUNSTZEITUNG ist wohl das wunderlichste Erzeugnis unter allen unscheinbaren Mitnahme-Publikationen, die in den Prospektregalen von Galerien und Museen ausliegen. Deshalb möchte ich sie hier einmal sichtbar machen, als Tipp für Trüffelsucher.
Die Kunstkritik, die sich in den Achzigerjahren noch auf herausragende Persönlichkeiten stützte, die geistreich und lebendig war, hat sich heute aufgelöst in unübersichtlichen Kunstdiskursen. In den wirtschaftlichen Strukturen der Art-Magazine erscheinen die Kritiker ebenso käuflich wie die Künstler selbst, die oft nur noch nach ihrem Markterfolg beurteilt werden. Bei Gabriele Lindinger und Karlheinz Schmidt traut man sich indes noch ein Qualitätsurteil zu, liefert dem Leser jede Menge Einsichten in die Szene und macht auf Wichtiges aufmerksam. In Görlitz liegt die KUNSTZEITUNG in der Städtischen Galerie Brüderstraße aus.

Mittwoch, 22. April 2015

Stillleben

Vom Wind geformt.

Foto: Johannes LeBong, aufgenommen in unserem Quartier am Mühlweg.

Dienstag, 21. April 2015

Unser Lieblingsitaliener in Görlitz

Unser 'Lieblingsitaliener' ist gar kein Italiener, sondern ein Pole mit italienischem Einschlag. Ich meine damit das Restaurant 'Espresso' auf der Uferpromenade von Zgorzelec unweit der Fußgängerbrücke über die Neiße. Nicht nur die Pizza schmeckt dort hervorragend, auch andere typische Gerichte der italienischen Küche finden wir sehr gut. Die Einrichtung ist im gepflegten Landhausstil gehalten und die hübschen jungen Damen vom Service legen eine professionelle Freundlichkeit an den Tag. Man isst nebenbei sehr preiswert, weil man vom Preisgefälle Deutschland/Polen profitiert. Von der Terrasse aus hat man den schönsten Blick auf die Silhouette der Görlitzer Altstadt.

Foto: Johannes LeBong

Sonntag, 19. April 2015

Highlight

Das Studiokonzert mit Neuer Musik im Carl Maria von Weber Museum in Dresden hat unsere gespannten Erwartungen an das für uns neue Haus auf das allerschönste erfüllt. Wir sind sehr glücklich, diese malerisch gelegene Oase der Kunst in unserer Nähe entdeckt zu haben!
Unter der Gesamtleitung von Prof. Günther Schwarze und der Moderation von Prof. Christian Münch hörten wir selten aufgeführte Stücke, vorgetragen von jungen Talenten. Im intimen Rahmen des kleinen Hauses hatte man schon fast das Gefühl, auf einem privaten Hauskonzert zu sein.

Kontext Links: Notiz vom 28. MärzHochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden



Samstag, 18. April 2015

Das Philosophische Café

Der französische Philosoph Marc Sautet hatte die Idee des philosophischen Cafés in den 1990er Jahren wieder populär gemacht. Parallel zu den Pariser Cafés haben sich auch in Deutschland sehr erfolgreiche philosophische Cafés etabliert, zum Beispiel in Berlin (seit 1997) oder Bonn (seit 1998). Heute fand in Görlitz eine erste Veranstaltung nach diesem Muster statt.  Im Café Kugel traf sich ein Kreis von gut zwei Dutzend BürgerInnen, die sich gerne 'einen Kopf machen'. Die Themen wurden vom Publikum festgelegt und die Diskussion wurde von einem jungen Philosophen moderiert. So ergab sich eine anregende Runde. Ab Herbst soll die Veranstaltung regelmäßig fortgesetzt werden.

Vernissage




„9000 Meter über dem Meeres-spiegel“ 

Die Kunstausstellung in der Galerie Brüderstraße Görlitz ist noch bis zum 10. Juni 2015 zu sehen. Der Künstler Jarosław Grulkowski war anwesend. Er zeigt eine Auswahl aus drei Zyklen: „Querschnitt durch die Wolke“, „Das geheime Leben der Moleküle“ und „Die Wolkenfalle“.
Mit der heutigen Vernissage wurde eine deutsch-polnische Reihe „Junge Meister“ eröffnet. Jarosław Grulkowski (Jg. 1983) ist Absolvent und Dozent an der Akademie der Schönen Künste in Wrocław.

Görliwood

Heute auf dem Rückweg vom Brötchenholen, schlenderte ich über buckliges Pflaster in unserem Quartier, wo gerade eine Szene aus dem Berlin der Vierzigerjahre gedreht wird. Soweit ich weiß, geht es um den Film 'Alone in Berlin' mit Emma Thompson und Daniel Brühl, der auf dem Roman 'Jeder stirbt für sich allein' des deutschen Schriftstellers Hans Fallada basiert.

Die Filmindustrie macht Görlitz in der Welt bekannt. Kürzlich hatten wir eine Amerikanerin und ihren Begleiter als nette Gäste bei uns zum Tee. Sie war aus New York angereist, um den Originaldrehort von 'the Grand Budapest Hotel' zu besichtigen.

Freitag, 17. April 2015

Flashback

Als ich mir das Bild von Reinhard Roy von meiner vorigen Notiz genauer anschaute, mit dem für ihn typischen Rastersystem, kam ich auf die Idee, ein paar alte Arbeiten von mir hinter dem Schrank hervorzuziehen. Vor langer Zeit hatte ich mich nämlich ebenfalls bildnerisch mit Raster, Ordnung und Unordnung beschäftigt.


Pet/Watanabe Art-Plot, Johannes LeBong 1982, Filzschreiber und Buntstifte auf handgeschöpftem Papier 

Mehr zur Entstehungsgeschichte dieser Serie, die auf einem mathematischen Mal-Algorithmus basiert: lebong.de/notizen39.htm

Collector's eye

Das Foto hat mir ein Freund aus KA geschickt. Kommentarlos. Manche Gegenstände sprechen einfach für sich.

Donnerstag, 16. April 2015

Galerie der Moderne im alten Gemäuer

Das Kulturhistorische Museum in Görlitz eröffnete kürzlich eine 'Galerie der Moderne' im dritten Flügel des Kaisertrutzes. Das ist ein etwa 500 Jahre alter, wuchtiger Rundbau, der einst zur Stadtbefestigung gehörte. Rund 200 Gemälde Grafiken und Skulpturen aus dem 20. und 21. Jahrhundert haben dort nun ihren Platz gefunden. Nach meiner Ansicht sind sehenswerte Werke hoher Qualität dabei, wenngleich die zeitgenössische Kunst von heute nicht gezeigt wird.


Exemplarisches Bild der Ausstellung: Zentrales Raster 0110, 1989, von Reinhard Roy, Öl auf Leinwand, Bildrechte: Kulturhistorisches Museum Görlitz, Abb. mit freundlicher Genehmigung

Gern möchte Görlitz wieder mehr Künstler anlocken, wie von offizieller Seite zu hören ist. Uns wäre nichts lieber als das und wir freuen uns über jeden Impuls in dieser Richtung! Tatsächlich hat Görlitz an der Kunst der Gegenwart kaum produktiven Anteil. Privatwirtschaftliche Galerien und ein anspruchsvolles lokales Sammlerpublikum fehlen. Eine kleine alternative Künstlerszene existiert durchaus, wird aber kaum wahrgenommen. Man muss die Protagonisten schon persönlich kennen, um mehr über ihre rege Aktivität zu erfahren. Ich werde gelegentlich darüber berichten...



Mittwoch, 15. April 2015

Die tote Stadt

Photo credit: Marlies Kross, mit frdl. Erlaubnis des G-H-T Görlitz

Die Görlitzer Premiere am Wochenende war wohl eine gelungene Inszenierung dieser bekannten Korngold Oper. Es waren jedoch wieder einmal deutlich weniger Zuschauer als bei anderen Premieren im Saal. Die tote Stadt - Nomen est Omen?

Diese Situation kennen wir schon von anderen mäßig modernen Stücken, wo wir im Theater fast allein waren. Korngold funktioniert hier und heute (noch) nicht als Zuschauermagnet. Dies entnehme ich der Kritik in den Görlitzer Nachrichten. Wir selbst haben erst Karten für den 3. Mai und freuen uns schon sehr auf 'Die tote Stadt'.  

Mariettas Lied: "Glück, das mir verblieb..." oder: "Mein Sehnen, mein Wähnen..." (zweiter Akt) höre ich mir auch gern mal für sich allein als Gesangsstück zuhause an. Eine schöne Doppel-CD mit Arien und Orchesterwerken von Erich Wolfgang Korngold gehört zu unserer Musikbibliothek.




Cover art (c) EMI


Dienstag, 14. April 2015

Matcha Eis Rezept

Seit ich das Eis mit dem Geschmack von Grüntee das erste Mal in einem Restaurant in Japan gegessen habe, kann ich nicht mehr davon lassen. Die bitter-süßliche, leicht herbe Note macht Grüntee-Eisdessert zu einem wahren Genuss.

Man sollte den auf­put­schen­den Effekt des Tees indes nicht unter­schät­zen, schon eine grüne Kugel wirkt so stark wie ein Espresso doppio.




Foto: Johannes LeBong
Hier muss ich es selber machen. Die einfachste Variante geht so: Man kauft ein fertiges Eis mit neutralem Geschmack im Supermarkt und lässt es ein bisschen antauen. Dann gibt man Matcha Teepulver aus Japan hinzu - etwa 3 Esslöffel auf einen Liter Eis - und verrührt das Ganze. Die Farbe und Intensität des Geschmacks lässt sich prima durch die Mengenzugabe des Matchapulvers beeinflussen. Falls das Eis zu weich geworden ist, stellt man die Rührschüssel ins Tiefkühlfach, bis die Eismasse wieder stichfest wird. Oishi, Oishi!

Donnerstag, 9. April 2015

Sonntag, 5. April 2015

Festkonzert auf dem Dorf

Moderne Kunst, die den Namen verdient und niveauvolle klassische Musik, erwartet man nicht unbedingt in der hiesigen Provinz. Aber es gibt Familien unter den Zuwanderern und Neubürgern, die daran arbeiten, eine neue Lebensart zu etablieren. Einen Biohof, wo Künstler ein- und ausgehen zum Beispiel, oder ein Gasthaus, so schön wie sonst nur in Bayern, mit einem hellen Festsaal.

Heute erlebten wir also in Kunnersdorf wieder einmal ein sehr schönes Klavierkonzert, teils mit gängigem Material von Bach und Beethoven, teils mit genialen Kompositionen, die zu hören in den letzten Jahren nur selten möglich gewesen wäre, wie beispielsweise ein Stück von Hans Pfitzner, ein Avantgardist seiner Zeit.

Am leicht abgerockten Blüthner-Flügel brillierte ein alter Routinier seines Fachs: Prof. Ulrich Urban aus Leipzig. Es war ein sehr schöner, sehr unterhaltsamer und sehr lehrreicher Konzertnachmittag!

Ostergrüße

Allen lieben Freundinnen und Freunden, den Leserinnen und Lesern meiner Notizen, wünsche ich schöne Ostertage.

Mittwoch, 1. April 2015

Kino finde ich meistens langweilig

... und zuhause eine DVD anschauen, kommt so gut wie nie vor. Es gibt aber Ausnahmen. Den Film 'Die rote Wüste' von Michelangelo Antonioni finde ich so einmalig gut, dass ich mir extra ein Abspielgerät und die DVD gekauft habe, damit ich ihn mir noch einmal anschauen kann.

Die rote Wüste ist ein Kunstfilm, bei dem mich besonders die malerischen Qualitäten der surrealen Bild- und Toninszenierung magisch in den Bann ziehen. Die Handlung dreht sich um die Sinnkrise der Protagonistin und spielt in einer befremdlichen, industriell geprägten Umwelt. Man möchte den Film manchmal anhalten, um nur eine einzelne Szene als großartiges Standfoto auf sich wirken zu lassen. Antonioni sagte selbst: "Die Farbe war ein Teil des Sujets." Auf den Film war ich auch nicht in einem Kino-Programm aufmerksam geworden, ich sah ihn zum ersten Mal im Rahmen einer Kultur Happy Hour der Kunstsammler Familie Grässlin im 'Kippys' in St. Georgen.

Im Archiv von DER SPIEGEL findet man eine ausführliche Kritik aus dem Jahr 1964 über den Film: Farbige Gefühle