Sonntag, 30. August 2015

Ein heller Sommermorgen und seine Schattenseiten

Der Ruf von Sachsen war früher auch schon mal besser. Uns ist manches peinlich, was wir hier im Alltagsgespräch hören und erleben. Es wäre unehrlich, das zu beschönigen. Pegida in Dresden, die Ausschreitungen in Heidenau, diese dunkle Grundierung des Lokalkolorit, das tangiert uns manchmal mehr, als wir geahnt haben. Eine unbeholfene CDU-Regierung seit der Wende hat hier im Osten ein konservatives Biedermeierland entstehen lassen, wo man Angst vor jeder Veränderung und vor dem Fremden hat.

Foto: Johannes LeBong

Ein anderes Thema, das auch nicht gerade zur guten Laune beiträgt, ist die hohe Kriminalität nahe der Grenze. Man wird immer häufiger Zeuge von Diebstählen. So wie es mir heute beim Brötchenholen erging, als ich einen BMW vor einem Hotel an der Neiße sah, an dem nachts die Räder geklaut wurden.

Sonntag, 16. August 2015

Hitzewelle - anhaltend


Im Folgenden ein paar Eindrücke vom Finalkonzert des 'Meetingpoint Musique Messiaen' am Samstag, im Vino e Cultura, Görlitz.

Wir erlebten den Abschluss eines Meisterkurses mit wechselnder kleiner Besetzung junger Nachwuchsmusiker und Dozenten aus verschiedenen Ländern. (nicht alle im Bild)

Programm: Brahms: Clarinet Trio opus 114 - Allegro, Dvorak: Sonatine for violin and piano opus 100 - Allegro Risoluto, Mozart: Kegelstatt Trio K 498 Andante, Debussy: Petite Suite en bateau, Mendelssohn: Streichquartett B-Dur, op. 87, Prokofiev: Ouvertüre über hebräische Themen, op. 34 

Mitwirkende: Jens Lynen, Jan Hofmann, Jolente De Maeyer - Violine, Maya Dhont, Aaron Pausenberger, Marta Luisa Fernandes de Sèves, Aurora Oliviera Nunes, Mathias Coppens - Klavier, Sven Van De Voorde - Klarinette,  Judith Groen, Tomas Djupsjöbacka - Cello, Jase Martinez Perez, Beltram Cubel, Lilli Maijala - Bratsche.

Die Gruppe der Musiker aus Belgien kennen wir schon von einer viel beachteten Aufführung von 'Quatuor pour la fin du temps', dem berühmten achtsätzigen kammermusikalischen Werk von Olivier Messiaen. 

Es war ein formvollendetes, gutbesuchtes Sommerkonzert, in dem derzeit wohl schönsten Kammermusiksaal von Görlitz. Die Damenwelt wusste der Hitze mit allerlei schmuckvollen Fächern zu begegnen. Zum Ausklang nach dem Konzert boten sich die charmanten Lokale unter den Arkaden des Untermarkts an. Ein herrlicher Sommerabend!

Montag, 10. August 2015

Hitzewelle

In Görlitz war es tagelang unerträglich heiß gewesen. Was haben wir gemacht? Wir besuchten eine Vernissage des Kunstvereins Zittau, testeten Eisdielen in der näheren und weiteren Umgebung und am Sonntag ging's zum picknicken in den Park von Schloss Hainewalde. An diesem Tag hatte die Hitze zum Glück deutlich nachgelassen.

Davon ein paar Erinnerungsfotos: 

Gemälde (c) Dr. Helmut Voigt 2002, Acryl auf Leinwand 60x80 cm. Motto: "Wir haben die Kunst, damit wir nicht an der Wahrheit zugrunde gehen."

Das Bild, das derzeit im Rahmen einer Gemeinschaftsausstellung des Kunstvereins Zittau zu sehen ist, zeigt das Torhaus des alten Schlosses Hainewalde in einer dramatisierten Form. Da uns der Anblick des Originals vertraut ist, gefiel es mir als malerisches Motiv. Anders als man vielleicht denken könnte, ist das Torhaus selbst schon ein richtiges Schlösschen mit Wassergraben, dem neuen Schloss seitlich vorgelagert. Es wird von einer künstlerisch aktiven Familie bewohnt, die wir nun schon etwas länger kennen. Zu dem großzügigen Anwesen gehört auch ein Atelier samt Keramikwerkstatt und Brennöfen.

Diesmal gab es bei uns kalte italienische Vorspeisen und knuspriges Baguette vom 'Jesusbäcker' in Görlitz.

Obwohl das 'Dîner en Blanc' in der Zeitung angekündigt worden war, fand es heuer wenig Zuspruch. Als einzige externe Gäste waren wir mit einigen Mitgliedern des Schlossvereins sozusagen 'unter uns'. Mir ist es aber ganz lieb so. Eine Massenveranstaltung wäre an diesem touristisch abgelegen Ort ohnehin nicht zu befürchten gewesen.

Später führte uns ein Architekt, der Mitglied des Schlossvereins ist, durch das Gebäude. Gegenüber dem Vorjahr sind große Fortschritte bei der Restaurierung der Innenräume und bei der Stabilisierung der Struktur festzustellen. Ein richtig durchdachtes Nutzungskonzept liegt zwar noch in weiter Ferne, aber schon jetzt ist so ein Rundgang sehr inspirierend. Man kommt auf allerlei Ideen, was man hier veranstalten könnte. Das Schloss und die umgebende Hügellandschaft haben etwas märchenhaftes an sich.

Aktuell werden mehrere Hallen mit einer Kunstaststellung bespielt, die aber nur sporadisch zugänglich ist, wenn jemand aufschließt. Dort hängen viele bemerkenswerte Bilder von Hans-Gert Kutschke, einem Maler der alten Dresdner Schule. Diese ganzen Schulen, alte Dresdner Schule, neue Dresdner Schule, Berliner Schule, usw. überhaupt das Koordinatensystem-Kunst in der DDR, sind immer noch Neuland für uns.

Mein letztes Foto fällt etwas aus der Reihe. Es soll nur zeigen, dass manche hiesigen architektonischen Ensembles fast schon ein italienisches Flair haben. Ob die Küche des Cavallino, das wir beiläufig in Zittau entdeckten, empfehlenswert ist, müssen wir noch ausprobieren. Vom ersten Eindruck her wirkt das Restaurant ansprechend, vielleicht mal etwas für einen Sommerabend.