Donnerstag, 24. Dezember 2015

Veranstaltungshinweis: Zgorzelec

Für uns ist es schon eine schöne Routine, das Neujahrskonzert, zu dem der MEETINGPOINT MUSIC MESSIAEN auch dieses Jahr wieder am 15. Januar einlädt. Immer am Jahrestag der Uraufführung im Kriegsjahr 1941 wird am historischen Ort des Entstehens Olivier Messiaens „Quartett auf das Ende der Zeit“ gespielt.

"Das 1940 in einem Gefangenenlager in Görlitz entstandene "Quatuor pour la fin du temps" ("Quartett auf das Ende der Zeit") zählt zweifellos zu den Schlüsselwerken der musikalischen Moderne. Inspiriert von der biblischen Offenbarung des Johannes, setzte Olivier Messiaen in seiner Komposition dem Schrecken des Krieges eine neue Zeitkonzeption entgegen, die nicht von Prozessualem, Zielgerichtetem bestimmt wird, sondern ihre Formen aus Wiederholungen und Symmetrien gewinnt." (Reinhard Kager)

Weitere Informationen gibt es unter: themusicpoint.net

Ich hätte mir früher nicht ausmalen können, dass ich ausgerechnet dieses Stück von Messiaen so häufig hören würde, aber es ist immer wieder lohnend, besonders wenn es von verschiedenen Orchestern gespielt wird. Zufällig kam gerade am Dienstag eine Besprechung von 'Quatuor pour la fin du temps' im BR3 Klassik Internetradio. Wie Reinhard Kager in seinem Beitrag zur Reihe "Interpretationen im Vergleich" zeigt, ist es eine besondere Herausforderung für Holzbläser. Namhafte Klarinettisten wie Eduard Brunner, Paul Meyer oder Jörg Widmann haben Aufnahmen vorgelegt, aber auch bekannte Klaviertrios wie das Trio Fontenay oder das Trio Wanderer. 
Den Beitrag findet man hier eine gewisse Zeit lang zum Nachhören: br-klassik.de/programm/...
 
Bildzitat: BR3 Homepage, O. Messiaen: Wikimedia, GNU-Lizenz für freie Dokumentation

Dienstag, 22. Dezember 2015

Lesevergnügen//Neuzugänge//Digital-Detox

Foto: Johannes LeBong

Schon eine ganze Weile lese ich wieder mehr Bücher. Und noch eine weitere Veränderung kündigt sich an. Spätestens wenn die Online-Portale der großen Zeitungen demnächst anfangen, Paywalls hochzuziehen, führt mich das wieder vom Bildschirm weg, zurück zum Print-Abo. Ich lese dann wohl in der Summe weniger, aber bestimmt mit mehr Ruhe und Konzentration. So einen sanften Digital-Entzug stelle ich mir heilsam vor.

Veranstaltungshinweis - Görlitzer ART

Ab 7. Januar präsentiert die Galerie Brüderstraße über 20 Entwürfe für „Görlitzer ART“, die große Skulpturen-Ausstellung im öffentlichen Raum. (1.04.2016 bis 9.04.2017). Gleichzeitig startet eine Abstimmung, wobei die BürgerInnen dazu aufgerufen werden, drei Entwürfe zu wählen, die zusammen mit den sieben bereits feststehenden 2016 realisiert werden.

Foto: Kulturservice Görlitz, mehr Info unter: goerlitzer-art.eu
    

Samstag, 19. Dezember 2015

Dresden-Toulouse

Nein, wir waren nicht in Südfrankreich, das liegt entfernter denn je, aber wir waren in einem Konzert des Studios für Elektronische Musik im Konzertsaal der HfMDD, das diesen Titel hatte. Es war ein sehr interessantes Konzert, von dem ich in der gebotenen Kürze im Blog nicht alle Stücke besprechen kann.

Der französische Komponist Bertrand Dubedout war u.a. anwesend und hatte ein neues Stück 'musique acousmatique' mitgebracht, mit dem er über multiple Lautsprecher einen grandiosen Klangraum aufspannte: ZAZPIAKA (2015). Bei den musique conrète Anklängen dieses Stücks fühlte ich mich auf sympathische Weise an die französische Schule erinnert, namentlich an Michel Chion und das INA-GRM in Paris. So wunderte es mich auch nicht, als ich im Gespräch nach dem Konzert erfuhr, dass Monsieur Dubedout bei Pierre Schaeffer studiert hat. Da wir auf solche Musik schon geeicht sind, hat uns das Stück gut gefallen. LeserInnen, die meinen Blog aus der Karlsruher Zeit noch kennen, werden sich vielleicht noch an diese Musikthemen erinnern.

Ich finde Konzerte mit elektronischer Musik am schönsten, wenn auch die Instrumentierung oder die Inszenierung auf der Bühne dem Auge etwas besonderes bietet. Junge MusikerInnen, die sich nur mit ernsthafter Miene über ihren Apple-Laptop beugen und vorgestanzte Sequenzen abfahren, zähle ich nicht dazu. 

Den Setup von Alberto Arroyo 'Estado interior II.2 / Innerer Zustand II.2' fand ich hingegen sehr originell. Christian Wettin brachte mit energiereichen Tönen seiner Bassklarinette einen Konzertflügel zum Nachklingen, während Alberto Arroyo mit den Pedalen die Dauer und Intensität dieser akustisch induzierten Schwingungen steuerte. Der Klavierdeckel blieb dabei zu. Damit man die lang andauernden Ausschwingvorgänge der Klaviersaiten besser hörte, wurden sie mit einem Mikrofon verstärkt - sehr schön!

Der Aufbau für das Stück 'Relay' von Kaj Duncan David war frappierend einfach in der Wahl der Mittel, aber sehr effektvoll in musikalischer und optischer Hinsicht. Drei ordinäre Glühlampen wurden über elektromechanische Relais rhythmisch ein- und ausgeschaltet, die Schaltgeräusche der schwingenden Kontaktzungen mikrofoniert und die Klänge über einen Soundprozessor umgeformt und verstärkt. Das ergab ein hämmerndes Stakkato mit wechselnden Tempi und Klangfarben, bei dem die Lampen ein tanzendes Schattenbild des Operators an die Wand des Konzertsaals warfen.

Nicht unerwähnt darf natürlich ein Stück von Franz Martin Olbrisch bleiben: 'Couleur... (2015)'. Prof. Olbrisch ist der Leiter des Bereichs Elektronische Musik an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden. Wir hörten ein feinsinnig gespieltes, minimalistisch entworfenes Stück für Solo-Klarinette und Live-Elektronik, bei dem die meisterliche kompositorische Reife spürbar wurde.

Fotos: Johannes LeBong

Dienstag, 15. Dezember 2015

Ausstellung: Utopie-Existenz-Utopie - bis 24.01.2016

Eine Ausstellung über die Rekultivierung des Festspielhauses Hellerau in Dresden von 1990 – 2006. Es geht um ein Haus, das für meine Frau und mich zur beliebten Kulturtankstelle geworden ist - insofern haben wir an dieser Dokumentation ein besonderes Interesse.

Die Vernissage haben wir leider verpasst. Es wäre eine gute Chance gewesen, KünstlerInnen und FörderInnen zu begegnen, die sich seit den Neunzigerjahren dafür engagiert haben, aus dem damals verwahrlosten Militärgelände wieder einen glanzvollen Kunstort zu machen.


Das folgende Foto von Christine Starke aus Dresden dokumentiert den Bauzustand des Festspielhauses Hellerau nach dem Auszug der Roten Armee im Jahre 1992, als noch ein Sowjetstern am Giebel prangte.

Abb. mit freundlicher Erlaubnis von Christine Starke, starke-fotografen.com

Sonntag, 13. Dezember 2015

Eye Candy

Arrangiert von einem Freund aus Karlsruhe.


Photos credit: Jürgen B.


Montag, 7. Dezember 2015

Empfehlenswertes aus dem Görlitzer Kulturkalender

Der Berliner Skulpturenfund - 'Entartete Kunst', die 2010 bei Bauarbeiten vor dem Roten Rathaus im Bombenschutt gefunden wurde. Diese fraglos großartige Ausstellung, die man eher in den Museen der Metropolen verorten würde, ist vom 04.12.2015 - 31.05.2016 im Kaisertrutz im Rahmen der Görlitzer 'Galerie der Moderne' zu sehen. Bei der Eröffnung sprach u.a. Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz.


Skulptur 'Die Tänzerin' von Marg Moll in der aktuellen Ausstellung in Görlitz. 

Im selben Haus findet bis zum 31.1.2016 auch noch die Sonderausstellung 'Inge zu Fuß zur Arbeit' statt. Eine konzeptionell und medial vielschichtige Werkschau des Künstlers Markus Draper, über deren Hintergründe und noch anstehende Programmpunkte man sich hier informieren kann: 


Mich interessiert insbesondere auch die Finissage im Januar 2016, weil dabei eine Lesung mit Uwe Tellkamp stattfindet, dessen Roman 'Der Turm' ich wie ein Schulbuch über das Leben in der DDR gelesen habe.  Siehe dazu meine frühere Notiz: neuzugang-in-der-hausbibliothek
 
Fotos: Johannes LeBong