Sonntag, 14. Februar 2016

Wen man unbedingt noch nennen sollte:

Somei Satoh. Er ist stark von Minimal Music beeinflusst. Avantgardistisch ist seine Musik eher nicht, aber meisterhaft feinsinnig komponiert und mit merklich japanischem Einfluss. Mir kommt er vor wie ein 'japanischer Arvo Pärt'. Somei Satoh's CD 'From the Depth of Silence' enthält eine tragend meditative Musik mit extrem leisen Stellen, wo manchmal im Hintergrund des Klangraums nichts als ein kleines Glöckchen eher zu erahnen als zu hören ist, während sich in anderen Passagen ein großorchestraler Klang entwickelt. Der Dynamikumfang dieser Aufnahme ist sehr groß. Es braucht eine stille Hörumgebung und ein Einlassen auf die Stimmung, will man diese CD wirklich genießen.

Foto: Johannes LeBong

Freitag, 12. Februar 2016

Späte Entdeckung

Tōru Takemitsu (*1930 in Tokio, †1996) war ein Komponist der Avantgarde, der in Japan einen ähnlichen Bekanntheitsgrad hat, wie Stockhausen oder Kagel hierzulande. Fast schon peinlich, dass ich ihn noch nicht kannte. Ich bin zufällig im Rahmen einer Recherche nach niveauvoller meditativer Musik aus Japan auf ihn aufmerksam geworden.


Befasst man sich eingehender mit Tōru Takemitsu, tut sich eine reiche Fülle von interessantem Material auf. Der Spannungsbogen seines Œuvre reicht dabei von westlich beeinflusster Komposition (Wiener- u. Französische Schule) mit klassischen Instrumenten bis hin zu originär japanischen Wurzeln und Instrumenten, Zen- und Geisha-Musik.
Auf der CD 'Between Tides' fühle ich mich punktuell an Messiaens 'Quartour pour la fin du temps' erinnert. Ich habe gleich mehrere CDs von Tōru Takemitsu bestellt, die alle mit großem Genuss hörbar sind.

Fotos: Johannes LeBong

Montag, 8. Februar 2016

Standortvorteil

Eurosuper 95 für 90 Cent pro Liter - und das quasi vor der Haustür...



Foto: Johannes LeBong

Sonntag, 7. Februar 2016

Das Philosophie Café in Görlitz

Man tagt in der Regel jeden ersten Samstag im Monat im KulTourPunkt Bahnhof Görlitz. Mit diesem Denklabor soll die Philosophie in den Alltag hineinwirken und das eigenständige Denken soll gefördert werden. Vergangenen Samstag war's einmal wieder recht anregend, auch wenn ich bemerkte, wie schwer es einigen Teilnehmern fiel, sich aus den ureigenen Befindlichkeiten zu lösen und sich gedanklich auf eine höhere Ebene zu begeben. Am Anfang der Diskussion stand gestern die provokante Frage, ob Görlitz womöglich eine Stadt ohne Visionen sei. 

Termine 2016: 6.2 2016, 5.3.2016, 2.4.2016, 7.5.2016, 4.6.2016, 3.9.2016, 1.10.2016, 5.11.2016, 3.12.2016 - 10:30 bis 13:00 mit einer Kaffeepause

Photo credit: Elmar Flammer

Dienstag, 2. Februar 2016

CD-Tipp: Stefano Scodanibbio

Oh weh! Beinahe wäre mir dieser geniale Bassist und Komponist entgangen!

Vor Monaten spielte bei mir eher beiläufig der concertzender.nl mit 'Nieuwe Muziek', als ich plötzlich auf ein fantastisches Solo am Kontrabass aufmerksam wurde. Ganz neue Töne drangen an mein Ohr, die mich geradezu elektrisierten und den Lautstärkeregler hochziehen ließen. Das übertraf alles, was ich bisher vom Doublebass kannte. In der damaligen Situation konnte ich leider nicht direkt am Mediaplayer ablesen, wer der Musiker oder Komponist war - diese tolle Aufnahme musste ich aber unbedingt haben.

Monatelang war mir völlig unklar, was es für ein Stück war und wie ich das herausfinden sollte. Beim Sender in Holland anzurufen erschien mir wenig erfolgversprechend. Zum Glück wurde das Programm noch einmal wiederholt als ich zufällig eingeschaltet hatte und diesmal habe ich umgehend auf der Website des Senders nachrecherchiert was im betreffenden Zeitfenster abgespielt worden war. So fand ich endlich die CD mit Håkon Thelin und Stefano Scodanibbio.

CD-Cover-Foto: Johannes LeBong

Bio: Excerpt aus Wikipedia: "Scodanibbio (1956-2012), in Macerata geboren, galt als einer der bedeutendsten Kontrabassisten der Gegenwart. Durch neu entwickelte Techniken erweiterte er die Möglichkeiten des Instruments in einem vorher nicht für möglich gehaltenen Ausmaß. John Cage bezeichnete ihn als den außergewöhnlichsten Kontrabassisten, den er je gehört habe. Komponisten wie Sylvano Bussotti, Salvatore Sciarrino, Franco Donatoni, Julio Estrada, Brian Ferneyhough, Fred Frith, Vinko Globokar und Iannis Xenakis schrieben Werke für ihn..."

Uwe Tellkamp spinnt seinen Erzählfaden weiter

... und wir durften schon neue Textproben von ihm hören, als Zugabe bei seiner Lesung aus 'Der Turm', seinem großen Erfolgsroman, der von einer Familie des Bildungsbürgertums in der DDR der 1980er Jahre erzählt.

'Der Turm' hat bei mir als sperriges, aber wertvolles 'Lehrbuch DDR' funktioniert. Siehe auch meine frühere Notiz dazu. Beim Smalltalk mit Uwe Tellkamp nach seiner Lesung in Görlitz stellte sich witzigerweise heraus, dass er nach seinem Weggang aus Dresden längere Zeit in unserer früheren Heimatstadt Karlsruhe gelebt hatte und dort zunächst ebenso fremdelte, wie wir anfangs im Osten. Gewisse interkulturelle Differenzen Ost/West sind auch heute, gut 25 Jahre nach der Wende, immer noch spürbar.

Foto: Johannes LeBong